Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus
Amelie SchmidtAmanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus
Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby bekundet, die verurteilte Krankenschwester, die eine lebenslange Haftstrafe wegen der Ermordung von Neugeborenen verbüßt. Bei einer kürzlichen Fragerunde gab Knox bekannt, dass sie Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei zugeschickt habe. Diese Geste hat die Kritik der Familie von Meredith Kercher neu entfacht, deren Mord im Jahr 2007 Knox einst vorgeworfen wurde, bevor sie später freigesprochen wurde.
Der Anwalt der Familie Kercher warf Knox vor, Kerchers Andenken für öffentliche Aufmerksamkeit auszunutzen, und bezeichnete ihr Vorgehen als inakzeptabel.
Knox sprach über ihre Unterstützung für Letby bei einer Veranstaltung zur Vorstellung ihres Dokumentarfilms Der Wolf im Nacken. Sichtlich bewegt kämpfte sie mit den Tränen, als sie über den Fall sprach. Ein Zuschauer berichtete später, Knox habe Letby in ihrem Brief geraten, sich "an die Hoffnung zu klammern".
Sie bestätigte, keinen direkten Kontakt zu Letby gehabt zu haben, ihr aber Frei zugesandt zu haben – ein 2022 erschienenes Buch, das ihr Leben nach der Haft schildert. Knox erwähnte zudem ihre frühere Autobiografie Warten auf Gerechtigkeit aus dem Jahr 2013, in der sie ihre Erlebnisse nach Kerchers Tod beschreibt. Während der Fragerunde ging sie auch auf ihren Podcast zu Letbys Fall ein und räumte die Kontroversen ein, die sowohl ihre als auch Letbys juristische Auseinandersetzungen umgeben.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' jüngste Schritte. Er erklärte, die Familie empfindet, dass "jetzt Schluss sein muss", und warf ihr vor, sich an Kerchers Andenken zu "bereichern". Marescas Äußerungen spiegeln die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen Knox und den Kerchers wider, die ihre öffentlichen Auftritte wiederholt kritisiert haben.
Knox' Entscheidung, Letby zu kontaktieren, fällt in eine Phase, in der Letby weiterhin gegen ihr Urteil in Berufung geht. Letby war im vergangenen Jahr schuldig gesprochen worden, sieben Babys ermordet und sechs weitere getötet zu haben, während sie als Neonatal-Krankenschwester in Cheshire arbeitete.
Knox' Brief an Letby und ihre öffentlichen Stellungnahmen haben neue Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Anwalt der Familie Kercher betonte erneut deren Frustration, während Knox an ihrer Haltung festhält, Menschen zu unterstützen, die sie für Opfer von Justizirrtümern hält. Der Austausch unterstreicht die anhaltenden Nachwehen beider viel beachteter Fälle.






