Automobilbranche setzt auf strategisches Lieferkettenmanagement und Digitalisierung
Anna HuberAutomobilbranche setzt auf strategisches Lieferkettenmanagement und Digitalisierung
Lieferketten- und Logistikmanagement gewinnt in der Automobilbranche an Bedeutung. Führungskräfte tauschen sich inzwischen häufiger mit der Unternehmensspitze über Risiken und strategische Planung aus. Der Sektor steht vor wachsender Komplexität und der Notwendigkeit langfristiger Weichenstellungen.
Michael Schuetrumpf, Leiter der Vertragslogistik bei DP World Europe, bezeichnet das Supply-Chain-Management als den „anspruchsvollsten und spannendsten Bereich des Geschäfts“. Jean-Christophe Deville, Verantwortlicher für Produktion und Fahrzeuglogistik bei Toyota Motor Europe, betont, wie entscheidend strategisches Denken ist, um künftige Entscheidungen wertsteigernd zu gestalten.
Martin Corner, Leiter Supply Chain und Logistik bei Aston Martin, setzt sich dafür ein, dass die Lieferkette innerhalb der nächsten fünf Jahre als eigenständige Funktion in der obersten Führungsebene – der C-Suite – vertreten sein sollte. Auch Automobilhersteller und Zulieferer der ersten Stufe werden aufgefordert, ihre Lieferketten besser aufeinander abzustimmen.
Digitale Fortschritte verändern die Branche grundlegend. Unternehmen wie Renault und Bosch profitieren bereits von ihren Investitionen in die Digitalisierung. Cloud-basierte Lösungen für die Logistik fertiger Fahrzeuge stehen ebenfalls vor dem Durchbruch. Bei der Batterieproduktion in Europa besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf, um die Nachfrage zu decken.
Die Automobil-Lieferkette entwickelt sich rasant weiter. Häufigere Strategiegespräche auf höchster Ebene und digitale Innovationen prägen die Abläufe neu. Eine stärkere institutionelle Verankerung und bessere Abstimmung könnten die nächste Phase der Branche maßgeblich bestimmen.
