Aysha Rafaeles neuer Film fordert mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Lea HartmannAysha Rafaeles neuer Film fordert mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Die preisgekrönte Filmemacherin Aysha Rafaele fordert eine bessere Repräsentation von Schwarzen und britisch-asiatischen Communities auf dem Bildschirm. Trotz ihres Erfolgs habe sich seit der BBC-Produktion „Von meinem Vater ermordet“ (Originaltitel: Murdered by My Father) im Jahr 2017 kaum etwas verändert, so ihre Kritik. Nun feiert ihr neuestes Projekt, „Rache: Mord auf der Heide“ (Vengeance: Murder on the Heath), am kommenden Sonntag Premiere auf Channel 4.
Rafaele, die bereits viermal mit dem BAFTA ausgezeichnet wurde, hat sich mit schonungslosen, faktenbasierten Dramen einen Namen gemacht. Ihr aktuelles Werk „Rache“ beleuchtet den sogenannten „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh aus dem Jahr 2016. Die Produktion mit Asim Chaudhry und Laila Rouass in den Hauptrollen verbindet Krimi-Elemente mit moralischer Ambivalenz und lässt sich mit Serien wie „Adolescence“ von Netflix oder „Glaub mir“ (Originaltitel: Believe Me) von ITV vergleichen.
Enttäuscht vom langsamen Fortschritt in Sachen Vielfalt, umgeht Rafaele oft die klassischen Drama-Redaktionen. Stattdessen wendet sie sich direkt an die Dokumentarfilm-Teams, um schnellere Entwicklungsprozesse und mehr künstlerische Freiheit zu erreichen. Auf diese Weise entstand „Schmutzige Geschäfte“ (Dirty Business), ein Drama über den Wasser- und Abwasserskandal, mit Schauspielern wie David Thewlis und Jason Watkins.
Doch trotz ihrer Bemühungen übt Rafaele weiterhin scharfe Kritik an der Branche. Abgesehen von „Von meinem Vater ermordet“ sei „so gut wie nichts Authentisches“ auf den Bildschirm gekommen, wenn es um echte Repräsentation gehe, so ihr Vorwurf. Ihre Arbeit setzt sich weiterhin für differenziertere, vielschichtigere Darstellungen marginalisierter Gruppen ein.
„Rache: Mord auf der Heide“ wird am Sonntag auf Channel 4 ausgestrahlt. Das Drama markiert einen weiteren Schritt in Rafaeles Mission, Branchenstandards infrage zu stellen und unterrepräsentierten Stimmen Gehör zu verschaffen. Ob es breitere Veränderungen anstoßen wird, bleibt abzuwarten.






