09 May 2026, 04:03

Berlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven

Eine Treppe in einer U-Bahn-Station mit einem "Reise, wenn du wagst"-Schild oben, flankiert von Geländern und U-Bahn-Stationswänden im Hintergrund.

Berlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt nerven

Berlins Rolltreppen haben eine ungeschriebene Regel: Stehen bleibt rechts, Laufen links. Dieses einfache System hält die Stadt in Bewegung. Doch manche brechen es – sie bleiben einfach auf der linken Seite stehen und blockieren damit diejenigen, die es eilig haben.

Das Problem zeigt den Konflikt zwischen Hektik und Gleichgültigkeit in der Hauptstadt. Hier fühlt sich Zeit wie eine Währung an, und für Pendler, die durch das U-Bahn-Netz hetzen, zählt jede Sekunde. Besonders sichtbar wird das Phänomen zwischen Alexanderplatz und Hermannstraße. Dort stehen die sogenannten Linkssteher – Menschen, die die Gepflogenheit ignorieren und regungslos auf der schnellen Spur der Rolltreppe verharren. Oft scrollen sie auf ihren Handys oder starren teilnahmslos nach vorn, während unten die U-Bahn einfährt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Rolltreppen in Berlin gelten als Teil der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur, nicht als Wartezone. Doch die Linkssteher behandeln sie wie einen Aufenthaltsbereich. Ihre Unbeweglichkeit steht in scharfem Kontrast zum üblichen Tempo der Stadt, in der Hetze die Norm ist.

Für diejenigen, die sich an die Regel halten, ist die linke Seite zum Gehen da – eine Möglichkeit, wertvolle Minuten zu sparen. Doch wenn sie blockiert wird, stockt das System, und die Stimmung kippt im stillen Machtkampf zwischen Eile und Gleichmut.

Die Debatte um die Linkssteher offenbart Berlins Widersprüche: Die Stadt schätzt Effizienz, duldet aber gleichzeitig jene, die sie stören. Vorerst bleibt die Rolltreppe eine kleine, aber aussagekräftige Bühne für diese alltäglichen Spannungen.

David Grunwald hat das Thema in einem Artikel für Schlager Radio, darunter 106,0 FM, beleuchtet. Die Diskussion geht weiter, während Pendler sich durch den unerbittlichen Rhythmus der Hauptstadt kämpfen.

Quelle