Bonns bezahltes "City-Sanifair"-WC spaltet Solingens Politik – kommt das Modell bald flächendeckend?
Anna HuberBonns bezahltes "City-Sanifair"-WC spaltet Solingens Politik – kommt das Modell bald flächendeckend?
Bonn testet erstes „City-Sanifair“-Öffentlichkeits-WC – Solingen diskutiert über Nachahmung
In Bonns Fußgängerzone steht seit Kurzem das erste „City-Sanifair“-Öffentlichkeits-WC, ein Pilotprojekt des Unternehmens Tank & Rast. Die Nutzung kostet einen Euro pro Besuch, wobei 50 Cent als Gutschein bei teilnehmenden Geschäften in der Nähe eingelöst werden können. Bereits jetzt gibt es Pläne, das Modell flächendeckend in Nordrhein-Westfalen einzuführen.
In Solingen sorgt die Idee indes für kontroverse Diskussionen unter Kommunalpolitikern. Während einige darin eine Aufwertung des städtischen Lebensraums sehen, zweifeln andere an den Kosten und der Praktikabilität.
Das neue WC in Bonn funktioniert nach dem Prinzip einer gebührenpflichtigen Nutzung: Besucher zahlen einen Euro Eintritt, die Hälfte davon erhalten sie als Einkaufsgutschein für lokale Läden zurück. Tank & Rast, der Betreiber des Projekts, plant, ähnliche Einrichtungen in weiteren Innenstädten der Region zu errichten.
In Solingen unterstützt Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT in der CDU, das Vorhaben. Ihrer Meinung nach tragen saubere und gut instand gehaltene öffentliche Toiletten maßgeblich zum Wohlbefinden in urbanen Räumen bei. Diese Haltung steht im Kontrast zur Kritik der Stadtverwaltung, die solche Anlagen in der Vergangenheit als zu teuer im Unterhalt abgelehnt hatte.
Unterdessen hat Marc Westkämper, stellvertretender Bezirksbürgermeister, vorgeschlagen, einen leerstehenden Laden in der Düsseldorfer Straße in ein Sanifair-WC umzuwandeln. Der Antrag wird in der nächsten Sitzung des Bezirksrates Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid beraten. Die Entscheidung könnte darüber entscheiden, ob Solingen dem Bonner Vorbild folgt.
Das Pilot-WC in Bonn markiert den Auftakt für eine breitere Einführung kostenpflichtiger öffentlicher Sanitäranlagen in Nordrhein-Westfalen. Sollte der Solinger Stadtrat dem Vorhaben zustimmen, könnten bald leerstehende Ladenlokale für ähnliche Angebote genutzt werden. Der Erfolg des Modells wird davon abhängen, ob es gelingt, die Kosten mit der öffentlichen Nachfrage in Einklang zu bringen.






