27 June 2026, 12:03

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Humor und Untergang

Die große Versalzung

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Humor und Untergang

„Debritz“ feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Das Stück Debritz hat am Badischen Staatstheater in Karlsruhe Premiere gefeiert. Es entwirft ein fiktives Dorf als drastisches Beispiel für Gemeinden, die in wirtschaftlich schwachen Regionen um ihr Überleben kämpfen. Die Inszenierung verbindet schwarzen Humor mit ernsten Themen wie Klimawandel und sozialem Niedergang.

Die Handlung spielt in Debritz, einst ein blühendes Zentrum des Salzbergbaus, das heute eine öde Einöde ist. Klimawandel und Ressourcenknappheit haben das Dorf verwüstet. Auf der Bühne begegnen dem Publikum ein hilfloser Bürgermeister, verbitterte Fabrikarbeiter und ein wohlhabender Tourist – Figuren, die die Absurdität der Situation noch verstärken.

Candy the Candle, in einem pinkfarbenen Kostüm, intoniert eine spöttische Hymne über den Niedergang des Dorfs. Barbarossa, eine unterirdisch lebende Figur, sorgt für einen Großteil des Humors. Besonders hervor stechen im Ensemble Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Charaktere der Handlung.

Die Regie lässt sich von Comic- und Popkultur inspirieren und gewinnt durch die lebendige Energie des Ensembles an Schwung. Doch am Drehbuch scheitert es an emotionaler Tiefe und intellektueller Feinheit, trotz der Behandlung gewichtiger Themen. Am Ende sprengen Peggy und Maik die Siedlung in die Luft – ein finaler Höhepunkt, der den farcenhaften, slapstickartigen Ton des Stücks unterstreicht. Mit einer Warnung vor den zukünftigen Gefahren des Klimawandels und Ressourcenkonflikten endet die Aufführung. Sie hinterlässt beim Publikum eine Mischung aus Lachen und einer ernüchternden Botschaft.

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