30 April 2026, 16:21

Doppelampeln in Rheda-Wiedenbrück: 98.000 Euro für 20 Meter Verwirrung

Eine Straßenkreuzung in einer Stadt mit einer Ampel, Fahrzeugen, Fußgängern, Strommasten, Laternen, Bäumen, Gebäuden und Verkehrszeichen unter einem bewölkten Himmel.

Doppelampeln in Rheda-Wiedenbrück: 98.000 Euro für 20 Meter Verwirrung

Ein umstrittenes Doppelampel-System in Rheda-Wiedenbrück hat Kritik wegen Verschwendung öffentlicher Gelder auf sich gezogen. Die ungewöhnliche Installation, die sich über gerade einmal 20 Meter erstreckt, wurde im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler als eines von 14 Beispielen für fehlerhafte Ausgaben in Nordrhein-Westfalen aufgeführt. Selbst Komiker Mario Barth nahm die Ampeln kürzlich in seiner RTL-Sendung Mario Barth deckt auf auf die Schippe und lenkte damit weitere Aufmerksamkeit auf den Fall.

Der Streit begann, als die Stadt Landesmittel für den Bau eines Radwegs entlang einer alten Bahnstrecke beantragte. Eine zentrale Auflage war die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Die Stadt schlug zunächst eine Absperrung mit einer Überquerungshilfe 20 Meter entfernt vor, doch die Bezirksregierung lehnte diese Lösung ab.

Sieben verschiedene Behörden waren in die Bewertung der Sicherheit der Querung eingebunden, was zu widersprüchlichen Einschätzungen der Risiken führte. Später schlug die Stadt vor, die Überquerungshilfe auf die Höhe des Radwegs zu verlängern – doch die Straßenbauverwaltung NRW blockierte auch diesen Plan. Schließlich bestand die Bezirksregierung auf die Installation von vier Ampeln innerhalb von 20 Metern – eine Entscheidung, die die Stadt selbst als verwirrend für Autofahrer und Radfahrer einräumte.

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Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 98.000 Euro, wovon die Stadt 47.000 Euro und die Steuerzahler 51.000 Euro trugen. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro. Der Bund der Steuerzahler kritisierte die Ausgaben scharf und warf vor, dass weder die anfänglichen Kosten noch die laufenden Belastungen im Entscheidungsprozess ausreichend berücksichtigt wurden.

Die Doppelampeln bleiben trotz breiter Kritik an ihrer Notwendigkeit und den Kosten bestehen. Die Stadt hat die Verwirrung, die sie stiften, eingeräumt, während der Bund der Steuerzahler den Fall weiterhin als Beispiel für ineffiziente öffentliche Ausgaben anführt. Die jährlichen Wartungskosten werden die finanzielle Belastung noch Jahre lang erhöhen.

Quelle