Düsseldorf verzichtet auf Milliarden-Opernneubau und setzt auf Modernisierung
Anna SchmittDüsseldorf verzichtet auf Milliarden-Opernneubau und setzt auf Modernisierung
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues Opernhaus im Milliardenbereich aufgegeben. Stattdessen wird die Stadt ihr bestehendes Bonatz-Opernhaus am Hofgarten modernisieren. Die Kosten für die Sanierung werden nun auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.
Das Vorhaben für einen Opernneubau am Wehrhahn wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Das Grundstück ist seitdem wieder in städtischem Besitz. Oberbürgermeister Stephan Keller setzt nun auf die Aufwertung des aktuellen Gebäudes.
Die Architekten von raumwerk hatten vorgeschlagen, das Opernhaus mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln. Ihr Entwurf sah zudem eine Kapazitätserweiterung um 25 Prozent vor. Die Entscheidung markiert einen Kurswechsel: Ursprünglich sollte der Nachkriegsbau vollständig ersetzt werden.
In Rostock erlebte das Volkstheater ein anderes Schicksal. Das 1943 errichtete Haus entwickelte sich später zu einem modernistischen Wahrzeichen der DDR. Die regierende CDU wollte es einst für Neubauten abreißen, doch das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin stellte große Teile des Gebäudes unter Schutz. Hier fand 1965 auch die Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade statt.
Düsseldorfs Kurskorrektur bedeutet, dass das Bonatz-Opernhaus weiterhin genutzt wird. Die Modernisierung kommt deutlich günstiger als der verworfene Neubau. Währenddessen bleibt Rostocks Volkstheater als geschütztes Kulturdenkmal erhalten.






