25 April 2026, 10:03

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Eine Karte von Europa, die die EU-Mehrwertsteuersätze von 2014 mit Prozentangaben und Text anzeigt.

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur": Verbraucher und Unternehmen verunsichert

Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur, die es Verbrauchern erleichtern soll, defekte Elektro- und Haushaltsgeräte instand setzen zu lassen. Doch viele Verbraucher und Unternehmen sind unsicher, welche Auswirkungen die Regelung haben wird – erste Bedenken wegen steigender Kosten und praktischer Hürden werden bereits laut.

Die Verordnung verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anzubieten. Deutschland muss die Vorgaben bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen. Doch das Bewusstsein für das neue Recht ist gering: Nur 44 Prozent der befragten Verbraucher kennen die Regelung überhaupt.

Unternehmen fürchten finanzielle Belastungen Drei Viertel der Händler geben zu, dass sie unter den aktuellen Bedingungen nicht genug Kapazitäten haben, um mehr Reparaturen zu bewältigen. Gleichzeitig erwarten 68 Prozent der Händler und 63 Prozent der Hersteller, dass die Reparaturkosten steigen werden – bedingt durch teurere Ersatzteile und höhere Lohnkosten.

Auch die Nachhaltigkeitsziele der Richtlinie könnten ins Stocken geraten. Schon jetzt empfinden rund 70 Prozent der Kunden Reparaturen im Vergleich zum Neukauf als zu teuer. Zudem rechnen 62 Prozent der Händler damit, dass die Preise für neue Geräte steigen werden, weil die zusätzlichen Reparaturkosten an die Käufer weitergegeben werden.

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Mehr Kosten, weniger Nutzen? Zwar soll das Recht auf Reparatur Abfall reduzieren und die Lebensdauer von Produkten verlängern. Doch wenn die Reparaturkosten steigen und Händler an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte der gewünschte Effekt ausbleiben. Langfristig könnten Verbraucher sowohl für Reparaturen als auch für Neugeräte tiefer in die Tasche greifen müssen – sofern sich die Herausforderungen nicht lösen lassen.

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