17 June 2026, 19:36

Europas Industrie warnt vor Kollaps durch teuren EU-Emissionshandel

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung im EU-Emissionshandel

Europas Industrie warnt vor Kollaps durch teuren EU-Emissionshandel

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben dringende Reformen des EU-Emissionshandels gefordert. Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF unterzeichneten einen Brief an die EU-Spitze, in dem sie vor steigenden Kosten und Risiken für den europäischen Industriestandort warnen.

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Das Schreiben ging an EU-Ratspräsident António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides. Darin argumentieren die Unternehmen, das aktuelle System entspreche nicht mehr den globalen Realitäten, da Europa die CO₂-Kosten rasant erhöhe, während es weitgehend allein handle. Die Voraussetzungen für eine industrielle Transformation fehlten, heißt es weiter – etwa bei der Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie den Transport und die Speicherung von CO₂.

Nach den EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Verschmutzungsrechte erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Zwar wurden früher teilweise kostenlose Zertifikate vergeben, doch das Klimapaket Fit for 55 hat diese weitgehend abgeschafft. Da die Unternehmen ihre Emissionen langsamer reduzieren als die Zertifikate gekürzt werden, sind die Kosten stark gestiegen.

Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Diese Abgabe gilt für kohlenstoffintensive Importe, wobei Länder mit eigenem Emissionshandel ausgenommen sind. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen größtenteils in Klimaschutzmaßnahmen, darunter den Ausbau von Wasserstoffnetzen für die Industrie.

Die Unternehmen fordern nun sofortiges Handeln, um den Kostenanstieg zu stoppen und weitere Schäden für die europäische Industrie zu verhindern. Ohne bessere Infrastruktur und angepasste Rahmenbedingungen drohe das aktuelle System die Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben, warnen sie. Der Brief betont die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, der Klimaziele und wirtschaftliche Belange vereint.

Quelle