Felix Banaszak will Männer für Feminismus und Gleichberechtigung gewinnen
Anna HuberFelix Banaszak will Männer für Feminismus und Gleichberechtigung gewinnen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Gleichberechtigung auseinandersetzen. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören die Schaffung von Diskussionsräumen für Männer sowie die Unterstützung von Organisationen, die Vätern Hilfe anbieten. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die Zunahme rechtsextremer Tendenzen unter jungen Männern und der allgemeinen Forderung nach einer stärkeren Einbindung von Männern in feministische Debatten.
Banaszaks erster Versuch, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen, war ein Interview mit Playboy. Später gab er zu, sein Ton sei zu scharf gewesen und es brauche eine bessere Balance zwischen Entschlossenheit und Offenheit. Diese Kurskorrektur erfolgte nach Kritik und einer Reflexion darüber, wie er Männer effektiver ansprechen könne.
Der Grünen-Politiker besuchte zudem Vaterwelten in Krefeld, eine Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet. Nun setzt er sich für eine bessere Förderung ähnlicher Organisationen ein. Sein Büro, das in seiner Lieblingsfarbe – Pink – gestrichen ist, symbolisiert seine Ablehnung traditioneller Geschlechterrollen, die seiner Meinung nach sowohl Männer als auch Frauen einschränken.
Sein Engagement für die Einbindung von Männern in den Feminismus kommt zu einer Zeit, in der Daten zeigen, dass immer mehr junge Männer unter 24 Jahren die rechtspopulistische AfD unterstützen. In einem aktuellen Video rief der AfD-Politiker Maximilian Krah verunsicherte junge Männer dazu auf, „auf die richtige Seite“ zu wechseln, und nutzte dabei gezielt ihre Ängste aus. Banaszak hingegen positioniert sich klar gegen toxische Männlichkeit – etwa in einem Social-Media-Beitrag, in dem er Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den Schauspieler Christian Ulmen verurteilte.
Vor zwanzig Jahren trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne öffentliche Kritik Pink auf dem Platz. Banaszak führt dieses Beispiel heute an, um zu zeigen, dass Männlichkeit nicht von starren Klischees definiert sein sollte.
Mit seinen Initiativen will Banaszak die Art und Weise verändern, wie sich Männer mit Geschlechterfragen beschäftigen. Dazu gehören die Förderung männlichkeitsorientierter Gruppen sowie offene Diskussionen über Männlichkeitsbilder. Der Ansatz der Grünen steht damit in deutlichem Kontrast zur rechtsextremen Rhetorik, die gezielt junge Männer anspricht.






