23 April 2026, 02:04

Forscher entwickeln umweltfreundliche Pestizide mithilfe von Bakterien – ein Durchbruch für die Landwirtschaft

Altes Buchcover mit einer Flasche Farmogerm-Insektizid, das eine klare Flüssigkeit enthält, mit einem schwarzen, fetten Textlabel, einem hellblauen Hintergrund und einem weißen Rand.

Forscher entwickeln umweltfreundliche Pestizide mithilfe von Bakterien – ein Durchbruch für die Landwirtschaft

Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelt ein neues Verfahren zur Herstellung umweltfreundlicher Pestizide mithilfe von Bakterien. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt unter der Leitung von Dr. St. Elmo Wilken zielt darauf ab, eine nachhaltige Alternative zu schädlichen chemischen Pestiziden zu schaffen. Die Förderung in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro stammt aus der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung.

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen Pyrethrine – natürliche Insektizide, die in der Dalmatinischen Insektenblume vorkommen. Zwar sind herkömmliche Pestizide wirksam, doch schaden sie oft nützlichen Insekten und belasten langfristig die Umwelt. Das Team möchte sie durch eine sicherere, biologisch abbaubare Variante ersetzen.

Das Projekt mit dem Namen PyreComm nutzt genetisch modifizierte Vibrio natriegens-Bakterien, um Pyrethrin-Verbindungen herzustellen. Statt den gesamten Prozess in einer einzigen Zelle ablaufen zu lassen, werden die Produktionsschritte auf mehrere Bakterienzellen verteilt. Diese Methode könnte die großtechnische Herstellung effizienter und kostengünstiger machen.

Die Initiative passt zu übergeordneten Nachhaltigkeitszielen: Sie unterstützt die Farm-to-Fork-Strategie der EU, die die Zulassung grüner Agrarlösungen beschleunigt. Zudem ist sie Teil der Bioökonomie-Offensive der Bundesregierung, die sich an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientiert und erneuerbare Ressourcen sowie eine Kreislaufwirtschaft fördert.

Dr. Wilkens Nachwuchsforschungsgruppe ist am Institut für Quantitative und Theoretische Biologie der HHU angesiedelt. Die Arbeit wird im Rahmen des Programms "Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie" gefördert, das die Zusammenarbeit zwischen jungen und erfahrenen Wissenschaftler:innen stärken soll.

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Bei Erfolg könnte das Projekt ein skalierbares, halb-synthetisches Biopestizid liefern, das den strengen Umweltstandards der EU entspricht. Die 2,7 Millionen Euro sichern fünf Jahre Forschung – mit potenziellen Vorteilen für die globale Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Erkenntnisse des Teams könnten zudem einen Beitrag zur weltweiten Reduzierung chemischer Pestizide leisten.

Quelle