Geheime Castor-Route versehentlich veröffentlicht – Proteste nehmen Fahrt auf
Anna HuberGeheime Castor-Route versehentlich veröffentlicht – Proteste nehmen Fahrt auf
Ein geplanter Atomtransport hat für Aufsehen gesorgt, nachdem die geplante Route versehentlich online veröffentlicht wurde. Der Castor-Transport, bei dem Brennelemente von Jülich nach Ahaus gebracht werden sollen, war für kurze Zeit auf einer Regierungsplattform einsehbar, bevor die Informationen wieder entfernt wurden. Der Vorfall hat die anhaltenden Proteste gegen den Transport weiter angeheizt.
Die für den Transportkorridor geltende Drohnenflug-Sperrzone war auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums von Mittwochabend bis Donnerstag sichtbar. Die Einschränkung, die vom 20. bis 27. März 2026 gelten soll, war eigentlich vertraulich. Offizielle Routen für Castor-Behälter werden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten, da solche Transporte als mögliche Terrorziele oder Brennpunkte für Proteste gelten.
Die öffentliche Reaktion fällt scharf aus. Seit 2023 gibt es in Jülich und Ahaus regelmäßig Proteste, Mahnwachen und Demonstrationen. Größere Aktionen fanden am 26. April 2025 und am 15. Dezember 2024 statt, weitere sind für den 19. März 2026 geplant. Initiativen wie der BBU, die Afa Münsterland und antiatomare Gruppen fordern mehr Transparenz und organisieren Aktionstage sowie öffentliche Aufrufe gegen die Transporte.
Wie es zu dem Fehler kam, ist unklar. Das Verkehrsministerium hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie die Route sichtbar wurde und warum sie später wieder gelöscht wurde.
Die versehentliche Veröffentlichung hat den Widerstand gegen den Castor-Transport weiter verschärft. Mit weiteren Protesten ist zu rechnen, da Aktivisten klarere Informationen über Atomtransporte fordern. Die Schweigsamkeit des Ministeriums lässt Fragen zu Sicherheitsvorkehrungen und der öffentlichen Kommunikation unbeantwortet.






