16 March 2026, 00:30

Gelsenkirchen kämpft mit Millionenkosten durch illegale Mülldeponie am Rhein-Herne-Kanal

Plakat für Hannover, Deutschland, mit einigen Gebäuden, Bäumen und Textinformationen über die Stadt.

Gelsenkirchen kämpft mit Millionenkosten durch illegale Mülldeponie am Rhein-Herne-Kanal

Illegale Mülldeponie am Rhein-Herne-Kanal: Gelsenkirchen steht vor Millionenkosten und Umweltproblemen

Eine riesige illegale Mülldeponie in der Nähe des Rhein-Herne-Kanals in Gelsenkirchen entwickelt sich zunehmend zu einem finanziellen und ökologischen Albtraum für die Stadt. Auf dem verlassenen Gelände lagern schätzungsweise eine Million Tonnen Abfall, darunter Müllverbrennungsasche, Bauschutt und anderer Unrat. Die Behörden setzen nun auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, um die Verursacher zur Kasse zu bitten und die immensen Entsorgungskosten einzutreiben.

Betrieben wurde das Gelände im Grimberg-Hafen einst von der inzwischen insolventen Becker Gruppe. Nach der Schließung vor etwa acht Jahren kamen bei Untersuchungen gravierende Verstöße ans Licht: Die Anlage hatte fast doppelt so viel Asche gelagert wie erlaubt, und der Bauschutt türmte sich in unzulässigen Mengen. Anwohner hatten jahrzehntelang über die Vorgänge geklagt – doch die Aufsichtsbehörden griffen zu spät ein.

Auch Gelsenkirchens eigener Entsorgungsbetrieb, die Gelsendienste, trug zwischen 1993 und 2017 über eine halbe Million Tonnen Material auf die Deponie auf. Interne Unterlagen belegen zudem, dass mindestens zwölf weitere Unternehmen und Kommunen aus dem Ruhrgebiet mehr als 150.000 Tonnen Abfall dort ablagerten. Eine davon ist der Entsorgungsbetrieb der Nachbarstadt Herne, der nun für rund 11.000 Tonnen des illegal deponierten Mülls zur Rechenschaft gezogen wird.

Die Sanierung des Geländes wird voraussichtlich "hohe zweistellige Millionenbeträge" verschlingen. Die Gelsendienste haben bereits knapp 9,5 Millionen Euro im Haushalt 2024 für einen Teil der Kosten zurückgestellt. Doch die finanzielle Belastung könnte die ohnehin angespannte Haushaltslage Gelsenkirchens weiter verschärfen.

Das Umweltamt geht nun juristisch gegen die Verursacher vor, um die Kosten zurückzufordern. Sollte dies gelingen, ließe sich ein Teil der Last von der Stadt abwenden. Angesichts einer Rechnung in Millionenhöhe zeigt der Fall jedoch einmal mehr, welche langfristigen Folgen unkontrollierte Müllentsorgung haben kann.

AKTUALISIERUNG

Herne verwirft Gelsenkirchens Behauptungen im Rechtsstreit um 11.000 Tonnen Abfall

Der Streit um illegalen Müll in Gelsenkirchens Grimberg-Hafen hat sich verschärft. Neue Korrespondenz zeigt:

  • Herne's Abfallbehörde bestritt die Verantwortung für 11.000 Tonnen Asche und bezeichnete Gelsenkirchens Behauptungen als 'unbegründet'.
  • Sie beschuldigte die lokalen Behörden, von den Standortproblemen seit Jahren gewusst zu haben, bevor sie Entschädigung beansprucht haben.
  • Rechtsstreitigkeiten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) binden nun Abfallproduzenten, bis eine ordnungsgemäße Entsorgung nachgewiesen ist.