13 April 2026, 10:04

Indischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Sparte – und verspricht grüne Revolution

Aktienzertifikat für Inhaberaktien, ausgestellt von Landore Siemens Steel Company Limited, ein Papierdokument mit gedrucktem Text einschließlich des Unternehmensnamens und der Adresse.

Indischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Sparte – und verspricht grüne Revolution

Indischer Stahlkonzern Jindal Steel legt Angebot für Thyssenkrupp-Stahlsparte vor

Der indische Stahlproduzent Jindal Steel International hat ein unverbindliches Angebot für den Kauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Der Schritt erfolgt, nachdem das deutsche Unternehmen zunächst ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský in Erwägung gezogen hatte. Sollte das Geschäft zustande kommen, würde es für Jindal eine bedeutende Expansion in Europa bedeuten.

Jindal Steel, einer der größten integrierten Stahlhersteller Indiens, ist bereits in Afrika und Australien aktiv. Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 22 Prozent. Nun strebt es an, Thyssenkrupp Steel zum größten klimafreundlichen Stahlproduzenten Europas umzubauen.

Die deutsche Sparte selbst erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Gewinn von 261 Millionen Euro. Jindal hat zugesagt, das DRI-Werk in Duisburg fertigzustellen und dort über 2 Milliarden Euro in neue Lichtbogenofen-Kapazitäten zu investieren. Zudem hat das Unternehmen kürzlich einen tschechischen Stahlhersteller übernommen und bewirbt sich um einen weiteren in Italien.

Der Vorstand von Thyssenkrupp wird das Angebot anhand der finanziellen Tragfähigkeit, der Pläne für die grüne Transformation und der Arbeitsplatzsicherheit bewerten. Die Gewerkschaft IG Metall hat die Offerte bereits unterstützt und sie als positive Nachricht für die Belegschaft bezeichnet.

Die geplante Übernahme würde Jindal Steel eine deutliche Ausweitung seiner europäischen Präsenz ermöglichen. Die Stahlsparte von Thyssenkrupp würde im Falle eines Erwerbs Teil einer breiter angelegten Strategie zur emissionsarmen Produktion werden. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Führung von Thyssenkrupp, die wirtschaftliche und ökologische Aspekte prüfen wird.

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