16 March 2026, 16:02

Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch das Misstrauen bleibt

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken 2025 – doch das Misstrauen bleibt

Im Jahr 2025 haben in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen die katholische Kirche verlassen als in den Vorjahren. Der Rückgang folgt auf einen deutlichen Anstieg der Austritte nach dem Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln unter Kardinal Rainer Maria Woelki. Die offiziellen Zahlen zeigen nun bereits das dritte Jahr in Folge einen kontinuierlichen Rückgang.

2025 verließen 84.440 Personen formal die katholische Kirche in der Region – nach 86.946 im Jahr 2024. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, nachdem es 2021 mit 143.408 und 2022 mit 115.431 Rekord-Austritte gegeben hatte. Insgesamt traten 2025 insgesamt 152.783 Menschen aus der katholischen und der evangelischen Kirche aus, gegenüber 160.469 im Vorjahr.

Das Erzbistum Köln meldete auch positive Signale, darunter einen Anstieg der Erwachsenentaufen und eine höhere Messbesucherzahlen. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Entwicklungen als ermutigend. Dennoch sank die Gesamtzahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen von 5,8 auf 5,6 Millionen.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Verbesserungen als oberflächlich. Er warnte, dass trotz der verlangsamten Austrittsrate ein tiefes Misstrauen gegenüber der Kirche bestehe.

Die aktuellen Zahlen deuten auf eine allmähliche Stabilisierung der Mitgliederschwunds hin. Doch da die Zahl der Katholiken weiterhin schrumpft, wirkt sich der Langzeiteffekt vergangener Skandale weiter aus. Beobachter betonen, dass der Wiederaufbau von Vertrauen mehr erfordert als kurzfristige statistische Veränderungen.

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