Klimagipfel in Bonn: Weltweit wächst der Druck für raschen Kohleausstieg
Anna SchmittKlimagipfel in Bonn: Weltweit wächst der Druck für raschen Kohleausstieg
Regierungen weltweit werden aufgefordert, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, während die globalen Temperaturen weiter steigen. Über 6.500 Delegierte aus 186 Ländern sind derzeit in Bonn zu zehn Tagen Klimaverhandlungen zusammengekommen. Die Gespräche finden in einer Zeit wirtschaftlicher Belastungen statt, da die Treibstoffkosten aufgrund des Konflikts im Nahen Osten stark angestiegen sind.
Der UN-Klimachef Simon Stiell warnte, dass die Welt ihre Ziele aus dem Pariser Abkommen vollständig erfüllen müsse. Das 2015 unterzeichnete Abkommen zielt darauf ab, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C – möglichst bei 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau – zu halten. Doch aktuelle Daten zeigen, dass die Temperaturen in den vergangenen drei Jahren diese Schwelle bereits überschritten haben.
Das Pariser Abkommen basiert auf freiwilligen nationalen Zusagen zur Reduzierung der Emissionen. Allerdings verlaufen die Fortschritte ungleichmäßig – die USA zogen sich unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump zeitweise zurück. Stiell betonte, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Inflation antreibe, die Energiesicherheit schwäche und die politische Unabhängigkeit verringere.
Die steigenden Spritpreise, die mit den anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zusammenhängen, haben den Verhandlungen zusätzliche Dringlichkeit verliehen. Die Teilnehmer in Bonn stehen unter Druck, Zusagen in konkrete Maßnahmen umzusetzen, bevor der nächste große Klimagipfel stattfindet.
Die Bonner Gespräche dauern zehn Tage, wobei sich die Beteiligten darauf konzentrieren, wie bestehende Klimaversprechen eingehalten werden können. Wirtschaftliche Instabilität und Rekordtemperaturen haben die Risiken von Verzögerungen deutlich gemacht. Die Ergebnisse werden die Weichen für weitere Verhandlungen noch in diesem Jahr stellen.






