"König der Löwen"-Komponist verklagt Komiker wegen angeblicher Verleumdung des Kult-Chors
Lea Hartmann"König der Löwen"-Komponist verklagt Komiker wegen angeblicher Verleumdung des Kult-Chors
Lebohang Morake, der Komponist hinter dem ikonischen "Circle of Life"-Chor aus "Der König der Löwen", verklagt den Komiker Learnmore Jonasi wegen angeblicher Verleumdung. Im Mittelpunkt der Klage steht Jonasis umstrittene Übersetzung des Songtextes, durch die Morake laut eigenen Angaben einen Schaden von über 20 Millionen US-Dollar erlitten haben soll. Jonasi, der derzeit durch die USA tourt, sah sich bereits zuvor mit Kritik für seine komödiantische Interpretation des Disney-Klassikers konfrontiert.
Der Streit begann, als Jonasi, ein simbabwischer Stand-up-Comedian, der für seine scharfsinnigen Kulturkritiken bekannt ist, die Zulu- und Xhosa-Texte des Liedes in seinen Auftritten und einem Podcast mit den Worten "Schaut, da ist ein Löwe. Oh mein Gott" übersetzte. Die offizielle Disney-Version lautet dagegen "Lobt den König, wir alle verneigen uns vor dem König". Morakes Anwälte argumentieren, Jonasi habe seine Deutung als Tatsache präsentiert und nicht als Satire – und sich damit außerhalb des Schutzes des Ersten Verfassungszusatzes (Meinungsfreiheit) bewegt.
Die Klage wirft Jonasi vor, den kulturellen Stellenwert des Chors bewusst lächerlich gemacht und durch die falsche Darstellung finanziellen Profit angestrebt zu haben. Gefordert werden 7 Millionen US-Dollar Strafschadensersatz zusätzlich zu den behaupteten 20 Millionen US-Dollar Verlusten. Jonasi, der in "America's Got Talent" mit dem Goldenen Buzzer ausgezeichnet wurde und mehrere Comedy-Preise gewann, hat unterdessen angeboten, gemeinsam mit Morake ein Video zu drehen, um die eigentliche Bedeutung des Liedes zu klären.
Trotz des juristischen Drucks setzt Jonasi seine USA-Tournee fort. Seine Vertreter haben sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert.
Entscheidend für den Prozess ist, ob Jonasis Äußerungen den Rahmen von Comedy überschritten und in schädliche Falschinformation übergegangen sind. Sollte Morake mit seiner Klage erfolgreich sein, könnte dies einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie über kulturelle Werke in der Satire diskutiert werden darf. Bis dahin warten beide Seiten auf die weiteren rechtlichen Schritte.






