Kreuzau zeigt, wie Digitalisierung in kleinen Kommunen gelingt
Kreuzau in Nordrhein-Westfalen macht große Schritte in die digitale Zukunft
Die kleine Gemeinde Kreuzau in Nordrhein-Westfalen hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Modernisierung ihrer Verwaltungsdienstleistungen unternommen. Mit nur 18.000 Einwohnern stellte die Kommune im Sommer 2022 Maike Ochs als Digitalisierungsbeauftragte ein. Ihre Position ist Teil einer umfassenden Initiative, um die lokale Verwaltung ins digitale Zeitalter zu führen.
Als Ochs ihre Arbeit aufnahm, verfügte Kreuzau bereits über ein Dokumentenmanagementsystem, doch dessen Nutzung war in den verschiedenen Ämtern uneinheitlich. Seitdem hat sie die Digitalisierung zentraler Unterlagen vorangetrieben – darunter Anträge auf Wohngeld, Hundeanmeldungen und Personalakten. Zudem führte die Gemeinde ein Online-Meldesystem für Schäden ein, das es Bürgerinnen und Bürgern erleichtert, Probleme wie Schlaglöcher oder defekte Straßenlaternen zu melden.
Ochs arbeitet in einer 80-Prozent-Stelle, die bis Ende 2026 über einen externen IT-Dienstleister finanziert wird. Trotz des befristeten Vertrags betrachtet sie die digitale Transformation als langfristiges Projekt und rechnet damit, bis zu ihrer Pensionierung gut ausgelastet zu sein. Um ihre Arbeit zu unterstützen, hat sie ein Team von 16 Digital-Lotsen aufgebaut – Fachkräfte, die in jeder Abteilung dabei helfen, digitale Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Ihre Aufgabe ist es, die Lücke zwischen traditionellen Dienstleistungen und den neuen Online-Systemen zu schließen.
Kreuzaus Vorgehen hebt sich damit von weiten Teilen Deutschlands ab, wo die digitale Entwicklung nur langsam voranschreitet. Laut dem Bericht „Zukunftsradar: Digitale Kommune 2023“ verfügt noch immer die Hälfte aller deutschen Kommunen über keine eigene Digitalisierungsbeauftragte. Fürs Erste setzt die Gemeinde mit ihren Investitionen in Personal und Technik ein Vorbild für andere.
Die Veränderungen in Kreuzau kommen den Bürgerinnen und Bürgern zugute: Sie können nun mehr Dienstleistungen online nutzen – von der Schadensmeldung bis zur Bearbeitung behördlicher Formulare. Mit Maike Ochs an der Spitze und den Digital-Lotsen in den Fachbereichen will die Gemeinde die Effizienz weiter steigern. Der Wandel zur digitalen Verwaltung ist noch nicht abgeschlossen, doch die Grundlagen sind gelegt.






