Münsteraner Mieter fürchten drastische Heizkostenexplosion durch Wärmepumpen-Umstellung
Amelie SchmidtMünsteraner Mieter fürchten drastische Heizkostenexplosion durch Wärmepumpen-Umstellung
Mieter in Münster drohen drastisch höhere Heizkosten nach Plänen für Wärmepumpen
In einer Münsteraner Wohnanlage müssen Mieter mit stark steigenden Heizkosten rechnen, nachdem die Installation von Wärmepumpen angekündigt wurde. Viele fürchten nun, dass sich ihre Ausgaben verdoppeln – vor allem wegen einer hohen monatlichen Grundgebühr. Der Wohnungsanbieter LEG räumt ein, dass die Berechnung der neuen Kosten nach wie vor schwierig sei.
Die LEG hatte die Mieter über die voraussichtlichen Heizkosten informiert, die bei vielen für finanzielle Sorgen sorgen. Ines Rodriguez, die in einer 85-Quadratmeter-Wohnung lebt, muss künftig 2.486 Euro im Jahr zahlen – 806 Euro mehr als bisher. Nach einem Bericht des NDR, der das Problem aufdeckte, hat das Unternehmen seine Modernisierungspläne in Münster vorerst gestoppt, plant aber langfristig weiterhin den Einbau von Wärmepumpen.
Laut Contracting-Verträgen lagern Vermieter die Installation, Wartung und den Betrieb von Heizsystemen an externe Anbieter aus. Als Kostengrundlage gelten zwar die bisherigen Betriebskosten, doch die neuen Gebühren der LEG überschreiten die im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegte Obergrenze von 0,50 Euro pro Quadratmeter. Diese Grenze gilt jedoch nicht beim Contracting – so können Vermieter eigene Tochterfirmen für die Wärmeversorgung gründen, ohne Ausschreibungen durchzuführen, und die Gewinne im Konzern halten.
Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisierte das Vorgehen der LEG als problematisch für die Mieter. Auch der Deutsche Mieterbund fordert gesetzliche Reformen, um zu verhindern, dass die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme zu einer finanziellen Belastung für die Mieter wird.
Die LEG gibt zu, dass man sich mit dem neuen System noch in einer "Lernphase" befinde. Der vorläufige Stopp in Münster lässt die weiteren Schritte offen, doch das Unternehmen hält an seinen Plänen für Wärmepumpen fest. Die Mieter hingegen müssen weiterhin mit deutlich höheren Nebenkosten rechnen.






