Neverland Ranch: Vom Märchentraum zum Ort der Kontroverse um Michael Jackson
Amelie SchmidtNeverland Ranch: Vom Märchentraum zum Ort der Kontroverse um Michael Jackson
Michael Jacksons Neverland Ranch wurde zu seinen Lebzeiten sowohl zum Symbol der Faszination als auch der Kontroverse. Was einst ein weitläufiges Märchenanwesen war, geriet später in die Kritik, nachdem Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs laut wurden. Die Verbindung des Popstars zu diesem Anwesen änderte sich nach den juristischen Auseinandersetzungen der 1990er- und 2000er-Jahre dramatisch.
Jackson stieg in den 1960er-Jahren als Mitglied der Jackson 5 zum Star auf. Mit seinem Album Thriller aus dem Jahr 1982 festigte er schließlich seinen Status als globaler Superstar. Ende der 1980er-Jahre erwarb er ein 1.100 Hektar großes Anwesen in der Nähe von Los Olivos, Kalifornien, für 19,5 Millionen Dollar und benannte es in Neverland Ranch um – inspiriert von Peter Pan.
Das Anwesen verwandelte er in ein prunkvolles Paradies, ausgestattet mit einem Kino, einem Tanzstudio, einem Bahnhof, einem Streichelzoo, einer Spielhalle und sogar einem kleinen Vergnügungspark. Doch 1993 konfrontierte ihn der 13-jährige Jordan Chandler erstmals öffentlich mit dem Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Der Fall wurde außergerichtlich geregelt, angeblich gegen eine Summe von über 20 Millionen Dollar.
Ein Jahrzehnt später, 2003, wurde Jackson erneut unter ähnlichen Vorwürfen verhaftet. Der Prozess im Jahr 2005 endete zwar mit einem Freispruch, doch die juristischen Kämpfe hinterließen tiefe Spuren. Jackson kehrte nie mehr nach Neverland zurück, und der Name des Anwesens wurde fortan mit dunklen Assoziationen verbunden.
Am 25. Juni 2009 starb Jackson in einem anderen Haus in Los Angeles – für immer entfremdet von jenem Anwesen, das einst seine Träume verkörpert hatte. Der Prozess von 2005 markierte das Ende von Jacksons Zeit in Neverland. Obwohl er von den Vorwürfen freigesprochen wurde, blieb das Anwesen mit den Anschuldigungen verbunden. Sein Tod 2009 bestätigte, dass er den Ort, der einst sein öffentliches und privates Leben geprägt hatte, nie wieder betreten würde.






