NRW-Polizei sagt Papierakten adé – jetzt wird nur noch digital ermittelt
Lea HartmannNRW-Polizei sagt Papierakten adé – jetzt wird nur noch digital ermittelt
Nordrhein-Westfalens Polizei stellt komplett auf digitale Strafakten um
Ab dem 24. März arbeiten die Behörden in Nordrhein-Westfalen ausschließlich mit digitalen Ermittlungsakten – das Ende der Papierakten ist damit besiegelt. Der Schritt folgt auf ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2022, das die Online-Meldung von Straftaten für die Bevölkerung einführte.
Die Umstellung auf digitale Verfahren entspricht den Anforderungen der reformierten Strafprozessordnung (StPO). Die Paragrafen 32 bis 32f sehen vor, dass bis zum 1. Januar 2026 alle Strafverfahren elektronisch geführt werden müssen. Die Polizei in NRW hat diese Vorgabe nun vorzeitig erfüllt.
Das neue System ermöglicht es Bürgern, Unterlagen zu Strafverfahren digital einzureichen und zu empfangen. Der physische Austausch von Akten mit den Staatsanwaltschaften entfällt damit. Dadurch sollen Papierverbrauch, Lagerkosten und Verwaltungsaufwand deutlich reduziert werden.
Die Digitalisierung knüpft an die 2022 eingeführte „Internetwache“ an, eine Online-Plattform zur Straftatenmeldung. Damals konnten Anwohner Anzeigen erstmals digital erstatten – ein wichtiger Schritt für die nun flächendeckende Reform. Künftig wird jeder Abschnitt eines Strafverfahrens – von der Anzeige bis zur Anklage – elektronisch abgewickelt.
Ziel der Digitalisierung ist es, Polizeiarbeit effizienter zu gestalten und Ressourcen zu schonen. Bürger können Akten nun ohne persönliche Vorsprache oder Formulare bearbeiten. Bis zum gesetzlichen Stichtag 2026 muss die vollständige Umstellung bundesweit abgeschlossen sein.






