17 March 2026, 02:03

Pharmakonzern zwischen Hoffnung durch Kerendia und Roundup-Risiken vor Supreme-Court-Urteil

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Pharmakonzern zwischen Hoffnung durch Kerendia und Roundup-Risiken vor Supreme-Court-Urteil

Ein großer Pharmakonzern meldet Fortschritte in seiner Arzneimittelentwicklung – trotz anhaltender finanzieller Belastung durch laufende Rechtsstreitigkeiten. Nach positiven Ergebnissen einer klinischen Studie zu Kerendia, einem Medikament gegen chronische Nierenerkrankungen, stieg die Aktie um 4,71 % auf 40,25 Euro. Gleichzeitig steht das Unternehmen im kommenden Jahr vor einem richtungsweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA in Zusammenhang mit Klagen rund um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup.

Laut dem Geschäftsbericht für 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, vor allem bedingt durch Prozesskosten im Zusammenhang mit Roundup. Die Nettoverschuldung beläuft sich mittlerweile auf fast 30 Milliarden Euro – ein deutlicher Beleg für die finanzielle Last der anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen. Im Fokus der Anleger stehen derzeit zwei zentrale Themen: die Prüfung der Roundup-Warnhinweise durch den Supreme Court sowie eine Regierungsverordnung, die die Versorgung mit dem Wirkstoff Glyphosat sichern soll.

Die mündliche Verhandlung vor dem US-Supreme Court ist für den 1. April 2026 angesetzt, das endgültige Urteil wird für Mitte Juni erwartet. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Pläne des Unternehmens haben, in den nächsten zehn Jahren zehn neue Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen. Parallel dazu findet am selben Tag die Hauptversammlung statt, auf der über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt wird.

Auf medizinischer Ebene erzielte Kerendia in einer Studie zu nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung sein primäres Ziel – eine Erkrankung, von der mehr als die Hälfte der weltweit 850 Millionen Nierenpatienten betroffen ist. Dieser Erfolg eröffnet dem Unternehmen einen deutlich größeren Markt über die bisherige Zulassung für diabetische Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz hinaus. Nun beabsichtigt der Konzern, eine erweiterte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen, was potenziell Milliardenumsätze erschließen könnte.

Trotz der juristischen Herausforderungen, die die Finanzen belasten, zeigt die Pharmasparte weiterhin Stärke. Mit der bevorstehenden Entscheidung des Supreme Courts und einem anstehenden Zulassungsantrag für ein neues Medikament wird das kommende Jahr entscheidend. Die Aktionäre werden zudem die Abstimmung über die Dividende sowie weitere Entwicklungen in der Glyphosat-Versorgungskette genau verfolgen.

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