Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette: Akkus als wertvolle Ressource statt Müll
Anna HuberRenault revolutioniert Batterie-Lieferkette: Akkus als wertvolle Ressource statt Müll
Renault konzipiert Lieferkette für E-Auto-Batterien neu – und behandelt Akkus als wertvolle Ressource statt als Wegwerfteil
Die Renault Group gestaltet ihre Lieferkette für Batterien von Elektrofahrzeugen um und betrachtet diese künftig als hochwertige Vermögenswerte statt als austauschbare Verschleißteile. Israfil Beker, bei Renault verantwortlich für die Aftersales-Lieferkette im E-Mobilitätsbereich, skizzierte diese Strategie kürzlich in einem Interview für die Red Sofa-Reihe von Automotive Logistics. Dabei betonte er die Notwendigkeit von Tempo und enger Zusammenarbeit, um Fahrzeuge auf der Straße und Batterien im Kreislauf zu halten.
Beker verwies auf das erhebliche finanzielle Gewicht der E-Auto-Batterien, die bis zu 30 Prozent des Fahrzeuggesamtwerts ausmachen können. Um lange Stillstandszeiten zu vermeiden, hat Renault ein Tausch- und Reparatursystem entwickelt: Fällt eine Batterie aus, erhalten Kunden sofort einen Ersatzakku, während das Originalgerät parallel instand gesetzt wird. So bleiben die Fahrzeuge nicht wochenlang außer Betrieb.
Die Lieferkette selbst ist mehrdimensional angelegt und vernetzt Händler, Reparaturzentren, Lager und Recyclingbetriebe. Beker strebt ein 360-Grad-Modell an, in dem jeder Beteiligte gleichzeitig Lieferant und Kunde ist. Doch räumt er ein, dass der Datenaustausch die größte Hürde darstellt – denn die Partner nutzen unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme, die oft nicht kompatibel sind.
Regulatorische Herausforderungen erschweren die Umsetzung zusätzlich. Da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden, unterliegen sie unberechenbaren Vorschriften, die selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland variieren können. Trotz der ehrgeizigen Pläne Renaults gibt es bisher keine öffentlichen Informationen darüber, wie der Konzern deutsche Recyclingpartner in das neue System zur Rückführung defekter Batterien eingebunden hat.
Renaults Ansatz zielt darauf ab, Batterien als langfristige Investition und nicht als Einmalprodukt zu behandeln. Das System basiert auf schnellen Austauschprozessen, reibungslosem Datentransfer und einer eng verzahnten Lieferkette. Der Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, technische und regulatorische Hindernisse zu überwinden – und so die Elektromobilität in Bewegung zu halten.






