Rindfleisch wird für Verbraucher teurer – doch Bauern verdienen weniger denn je
Anna HuberRindfleisch wird für Verbraucher teurer – doch Bauern verdienen weniger denn je
Rindfleischpreise steigen für Verbraucher um über 20 Prozent – doch Landwirte erhalten weniger
Zu Beginn des Julis mussten Verbraucher für Rindfleisch mehr als 20 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Doch hinter den Kulissen kämpfen Rinderhalter mit sinkenden Erlösen. Die Schere zwischen Einzelhandelspreisen und Erzeugerpreisen geht immer weiter auseinander, da Lieferengpässe und eine schwache Nachfrage den Markt verzerren.
Auf Großhandelsebene bleiben die Rindfleischbestände knapp, was die Kosten für Metzger und Verarbeiter in die Höhe treibt. Die Schlachtzahlen in Deutschland liegen weiterhin unter denen des Vorjahres, was die Verfügbarkeit zusätzlich belastet. Trotzdem ist der Richtpreis für alle Rinderkategorien um 10 Cent pro Kilogramm gefallen – Jungbullen der Klasse R3 bringen nun nur noch 6,80 Euro pro Kilogramm Lebendgewicht.
Schlachthöfe reagieren mit der Forderung nach weiteren Kürzungen von 20 Cent pro Kilogramm bei den Erzeugern. Gleichzeitig bleibt der Fleischabsatz schwach, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen berichtet. Die geringe Nachfrage steht im krassen Gegensatz zu den steigenden Preisen für Endverbraucher.
Besonders spürbar ist die Entwicklung an Imbissständen, wo die Preise für Döner kebab bundesweit gestiegen sind. Ein Betreiber in Friedrichshafen argumentiert, ein Rindfleisch-Döner müsse mindestens 9 Euro kosten, um die Kosten zu decken. Der Trend spiegelt die allgemeine Preisentwicklung seit 2023 wider, die sowohl Verkäufer als auch Käufer unter Druck setzt.
Eine Besserung der Marktsituation ist vorerst nicht in Sicht. Während Verbraucher weiter mehr zahlen, erhalten Landwirte weniger pro Kilogramm Rindfleisch. Bei anhaltend niedrigen Schlachtzahlen und schwacher Nachfrage wird sich die Kluft zwischen Einzelhandels- und Erzeugerpreisen voraussichtlich weiter vergrößern.






