25 May 2026, 04:03

Rücktritt von Annette Kurschus: EKD-Bischöfin gibt Ämter nach Gewaltvorwürfen auf

"Auch wichtig für die Glaubwürdigkeit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit in Solingen"

Rücktritt von Annette Kurschus: EKD-Bischöfin gibt Ämter nach Gewaltvorwürfen auf

Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als leitende Bischof der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgt nach Kritik an ihrem Umgang mit früheren Vorwürfen sexualisierter Gewalt während ihrer Zeit als Gemeindepfarrerin in Siegen. Unterdessen haben lokale Kirchenvertreter in Solingen ihre Verpflichtung zu Schutzmaßnahmen bekräftigt.

Ende der 1990er-Jahre war Kurschus als Gemeindepfarrerin in Siegen tätig, als schwere Vorwürfe gegen einen Kirchenmitarbeiter bekannt wurden. Der Fall ist in jüngsten Diskussionen über Rechenschaftspflicht innerhalb der Evangelischen Kirche wieder aufgekommen.

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Die Evangelische Kirche in Solingen verfügt seit 2018 über ein eigenes Schutzkonzept. Das Schutzkzept gegen Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung und sexualisierte Gewalt legt klare Meldeverfahren fest. Mitarbeiter und Ehrenamtliche müssen verpflichtende Schulungen absolvieren, während jeder Verdacht auf strafbares Verhalten den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden muss.

Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen und Synodalassessor, erklärte, Kurschus’ Rücktritt ermögliche es der Kirche, sich wieder stärker auf die Unterstützung der Opfer zu konzentrieren. Er betonte die Bedeutung der bestehenden Schutzstrukturen in Solingen.

Zu den Unterstützungsangeboten in der Stadt gehört FABS, eine spezialisierte Beratungsstelle für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung arbeitet unabhängig von der Kirche. Zudem bietet die Website der Klingenkirche Details zum Schutzkonzept sowie Kontaktdaten vertrauenswürdiger Ansprechpartner.

Kurschus’ Rückzug erfolgt im Rahmen laufender Bemühungen, die Rechenschaftspflicht in der Evangelischen Kirche zu stärken. In Solingen bleibt das bestehende Schutzkonzept aktiv – mit Schulungen, Melderichtlinien und externen Unterstützungsdiensten. Betroffene sexualisierter Gewalt können weiterhin Hilfe über lokale Berater und Organisationen wie FABS erhalten.

Quelle