Solingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum Leerstand und fehlende Konzepte die Stadt bedrohen
Amelie SchmidtSolingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum Leerstand und fehlende Konzepte die Stadt bedrohen
Solingens Innenstadt kämpft mit Leerstand, schrumpfendem Angebot und mangelnden Begegnungsstätten
Der Niedergang vollzieht sich schleichend, doch stetig – und hinterlässt tiefe wirtschaftliche und soziale Spuren. Trotz kleinerer Projekte und Fachberatung fehlt es der Stadt bis heute an einem umfassenden Konzept, um die Probleme an der Wurzel zu packen.
Die Ursachen liegen oft außerhalb des lokalen Einflussbereichs: Großstädte ziehen wichtige Dienstleistungen ab, Industriearbeitsplätze wandern ins Ausland, und Discounter sowie Onlinehandel dominieren den Markt. Walsken ist überzeugt, dass eine Sanierung allein des Zentrums nicht ausreicht. Vielmehr müssten auch die umliegenden Viertel attraktiver werden, um eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen.
Sein Vorschlag: ein detailliertes Masterplan-Konzept für den gesamten Rings um die Innenstadt, das Stadtgestaltung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsbildung vereint. Geplant sind engere Vernetzung zwischen der Glasernen Werkstatt und lokalen Start-ups, mehr Studentenwohnheimplätze sowie ein dezentrales Gesundheitssystem. Auch digitale Beratungsangebote für Unternehmen sollen eine Rolle spielen.
Walsken drängt auf einen sofortigen Start – ein Projekt dieses Ausmaßes brauche Jahre. Entscheidend seien breite Bürgerbeteiligung und externer Sachverstand. Ohne einen ganzheitlichen Ansatz droht der Abstieg der Innenstadt weiter. Seine Ideen setzen auf nachhaltige Lösungen statt auf kurzfristige Reparaturversuche. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen zurückgewinnen und die Attraktivität des Viertels neu beleben.
