SPD-Politiker fordert: Feuerwehreinstiegsalter bei 60 Jahren belassen
Amelie SchmidtSPD-Politiker fordert: Feuerwehreinstiegsalter bei 60 Jahren belassen
Ein SPD-Abgeordneter hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen aufgefordert, das Renteneintrittsalter für Feuerwehrleute bei 60 Jahren zu belassen. Ingo Schäfer richtete in einem Schreiben an Ministerpräsident Hendrik Wüst die Warnung, von Plänen Abstand zu nehmen, die Altersgrenze auf 61 Jahre anzuheben. Er begründete dies mit den körperlichen Belastungen des Berufs und den jahrzehntelangen Dienstjahren, die das aktuelle Regelwerk berücksichtige.
Das am Donnerstag versandte Schreiben ging zudem an die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur und Innenminister Herbert Reul. Schäfer forderte sie auf, vor etwaigen Änderungen die Überstundenstatistiken und unbesetzten Stellen zu prüfen. Der Abgeordnete betonte, dass Feuerwehrkräfte bereits jetzt unter hohen Arbeitsbelastungen litten – etwa durch Rettungsdiensteinsätze und ihre Rolle an vorderster Front während der Pandemie.
Zur Untermauerung seiner Forderungen verwies Schäfer auf andere Bundesländer: Baden-Württemberg hatte das Renteneintrittsalter für Feuerwehrleute kürzlich wieder auf 60 Jahre gesenkt. Rheinland-Pfalz reduzierte die Grenze für nicht-einsatztätiges Personal und Disponenten von 67 auf 63 Jahre. Zudem lud er die Landesregierung ein, Städte wie Remscheid, Solingen oder Wuppertal zu besuchen, um sich vor Ort ein Bild von den täglichen Herausforderungen der Einsatzkräfte zu machen.
Schäfer hob hervor, dass die meisten Feuerwehrleute mit 60 Jahren bereits 35 Dienstjahre absolviert hätten. Eine Anhebung der Altersgrenze, warnte er, könnte sie über ihre körperlichen Belastungsgrenzen hinaus treiben.
Die Landesregierung steht nun unter Druck, ihren Vorschlag zu überdenken. Schäfers Schreiben fordert eine genauere Prüfung der Arbeitsbedingungen und des Personalmangels. Die Entscheidung wird Tausende Feuerwehrleute in ganz Nordrhein-Westfalen betreffen.






