30 March 2026, 16:03

Straßenumbenennung in NRW: Jaegers Erbe wird hinterfragt

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtstraße in Bamberg, Deutschland, mit einer Kirche im Hintergrund, Mauern auf beiden Seiten, Bäumen, die die Straße säumen, und sichtbarem Himmel darüber.

Straßenumbenennung in NRW: Jaegers Erbe wird hinterfragt

Forderungen nach Umbenennung von Straßen mit Bezug zu Kardinal Lorenz Jaeger nehmen in Nordrhein-Westfalen zu. Der Druck wächst, nachdem bekannt wurde, dass Jaeger als Leiter des Erzbistums Paderborn eine zentrale Rolle bei der Vertuschung von Missbrauchsfällen spielte. Nun ergreifen politische Parteien und Kommunalverwaltungen in mehreren Städten Maßnahmen, um das Erbe des umstrittenen Geistlichen aufzuarbeiten.

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In Arnsberg haben sich SPD und CDU zusammengeschlossen und fordern die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April können Anwohner Vorschläge für neue Straßennamen einreichen.

Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Aktuelle Untersuchungen zu Missbrauchsfällen belegen, dass er und sein Nachfolger systematisch Fälle von sexualisierter Gewalt im Bistum verschleierten. Diese Erkenntnisse haben in mehreren Städten, in denen Straßen nach Jaeger benannt sind, Debatten ausgelöst.

In Arnsberg haben die örtlichen SPD- und CDU-Fraktionen gemeinsam die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße beantragt. In ihrer Begründung verweisen sie auf die dokumentierten Versäumnisse Jaegers im Umgang mit Missbrauchsfällen. Die CDU hat sich zudem öffentlich von dem verstorbenen Kardinal distanziert und verleiht der Initiative damit zusätzliches Gewicht.

Die Bürgerversammlung am 20. April soll den Anwohnern Gelegenheiten geben, alternative Namensvorschläge einzubringen. Beide Parteien betonen, wie wichtig es ist, die Bevölkerung in die Entscheidung einzubinden.

Ähnliche Diskussionen laufen auch in Werl und Wenden. In Werl wurden die Anwohner der Kardinal-Jaeger-Straße bereits befragt; der Stadtrat wird im Mai über eine mögliche Umbenennung abstimmen. Auch in Wenden steht das Thema auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung.

Die Stadt Olpe hat bereits gehandelt und ihr katholisches Jugendzentrum 2023 umbenannt. Paderborn bleibt hingegen die einzige Kommune in der Region, in der derzeit offiziell eine nach Jaeger benannte Straße umbenannt wird.

Die Umbenennungsinitiativen sind Teil einer breiteren Bewegung, die Ehrungen für Persönlichkeiten mit Verbindungen zu Missbrauchsskandalen kritisch hinterfragt. In den kommenden Monaten werden die Kommunalparlamente in Arnsberg, Werl und Wenden über mögliche Änderungen entscheiden. Die Bürger sollen dabei direkt in die Auswahl neuer Straßennamen einbezogen werden.

Quelle