Streit um Dortmunder Opernhaus: Kultur oder Kosten – was zählt mehr?
Amelie SchmidtStreit um Dortmunder Opernhaus: Kultur oder Kosten – was zählt mehr?
In deutschen Städten ist kürzlich eine Debatte über den Wert von Opernhäusern neu entfacht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob kulturelle Einrichtungen nach finanziellen Maßstäben oder nach ihrem gesamtgesellschaftlichen Einfluss bewertet werden sollten. Ein bekannter Redakteur hat sich vehement gegen den Bau eines Opernhauses in Dortmund ausgesprochen – und damit bei Kulturbefürwortern heftige Reaktionen ausgelöst.
Der Autor erinnert sich an den Redakteur aus dessen Zeit in Bremen, wo dieser als Chefredakteur des Weser-Kuriers amtierte. Unter seiner Führung soll die Qualität der Zeitung spürbar nachgelassen haben. Nun, als Chefredakteur der Rheinischen Post, setzt er sich weiterhin gegen das Dortmunder Opernhausprojekt ein.
Sein Argument ist rein pragmatisch: Nachbargemeinden wie Köln, Duisburg, Bonn und selbst Dortmund verfügten bereits über Opernbühnen. Solche Einrichtungen, so seine Meinung, müssten sich an wirtschaftlichen Kriterien messen lassen – nicht an emotionalen oder kulturellen Werten. Für ihn zählten Zahlen, Geld und Eigenmarketing, nicht die Förderung von Kultur.
Der Autor widerspricht dieser Haltung und verweist auf die Düsseldorfer Oper, die 570 Menschen beschäftigt und Musikschulen, Bibliotheken sowie die Bildung von Kindern unterstützt. Kultur, so sein Plädoyer, lasse sich nicht in Geld aufwiegen – sie befeuere Debatten, schaffe Räume jenseits materieller Logik und stifte Gemeinschaft. Würde jede Stadt dieser Denkweise folgen, gäbe es nirgends Opernhäuser.
Die Diskussion offenbart den Konflikt zwischen ökonomischem Pragmatismus und kulturellem Idealismus. Während der Redakteur auf messbare Ergebnisse pocht, betont der Autor die ungreifbaren Vorzüge kultureller Einrichtungen. Eine Einigung ist nicht in Sicht – beide Seiten bleiben bei ihren Standpunkten.






