Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Start verboten
Geplante Telemedizin-Station in Winterberger Franziskus-Apotheke von Landesapothekerkammer gestoppt
Eine geplante Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde von der zuständigen Landesapothekerkammer blockiert. Die 60.000 Euro teure Medivise-Telemedizin-Box bleibt ungenutzt, nachdem die Behörden nur einen Tag vor der Neueröffnung der Apotheke einschritten. Streitpunkt ist die Frage, ob ein solcher Service gegen bestehende Vorschriften verstößt.
Apothekeninhaber Jürgen Schäfer wollte die Station installieren, um den Tagesablauf zu optimieren. Sein Ziel war es, die Bearbeitung von Dauerrezepten zu beschleunigen und Kunden zu helfen, die ihre Unterlagen vergessen hatten. Laut Angaben des Herstellers Medivise erfüllte das System alle pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen.
Doch die Landesapothekerkammer untersagte die Inbetriebnahme mit der Begründung, eine Arztstation innerhalb einer Apotheke könnte gegen Patientenüberweisungsregeln verstoßen. Sie drohten sogar, der angestellten Apothekerin Jasmin Ennulath die Approbation zu entziehen, falls sie den Plan weiterverfolgen würde.
Besonders frustrierend war der Zeitpunkt der Entscheidung: Sie erfolgte nur 24 Stunden vor der Neueröffnung der Apotheke. Trotz des Rückschlags sind sich sowohl Schäfer als auch Ennulath sicher, dass Telemedizin – besonders in ländlichen Regionen wie Winterberg – großes Potenzial hat. Denn nach deutschem Recht (§ 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs) sind telemedizinische Beratungen in Apotheken ausdrücklich erlaubt.
Schäfer bereitet nun vor, das Geschäft zu Beginn des nächsten Jahres an Ennulath zu übergeben. Bis dahin steht die Station ungenutzt da und lässt die Apotheke in einer unsicheren Situation zurück. Die Entscheidung der Apothekerkammer hat die Pläne für den Telemedizin-Service vorerst gestoppt. Ohne eine Anpassung der aktuellen Auslegung der Vorschriften wird die Box weiter ungenutzt bleiben. Der Fall zeigt, wie schwierig es ist, neue Technologien in bestehende Gesundheitsstrukturen zu integrieren.






