25 March 2026, 12:04

Warum platonische Küsse unter Freunden heute völlig normal sind

Eine Zeichnung eines Mannes und einer Frau, die sich umarmen und küssen, mit einem Schädel im Hintergrund; beide haben einen friedlichen Ausdruck.

Warum platonische Küsse unter Freunden heute völlig normal sind

Öffentliche Zuneigungsbekundungen unter Freunden sind in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden. Ob auf dem roten Teppich oder in sozialen Medien – Küsse zwischen engen Vertrauten lösen kaum noch Verwunderung aus. Experten zufolge spiegeln solche Gesten tief verwurzelte soziale Bindungsinstinkte wider, wie sie in der Tierwelt zu beobachten sind.

2026 teilten Scarlett Johansson und Jonathan Bailey bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth einen lockeren Kuss. Bailey erklärte später, er glaube daran, Liebe in all ihren Formen auszudrücken – auch durch freundschaftliche Küsse. Johannssons Ehemann Colin Jost wies alle Spekulationen zurück und nannte die Reaktion auf den Moment "völlig übertrieben".

Die Moderatorin Cat Deeley pflegt seit Langem ähnliche Gesten: Zum Geburtstag ihrer besten Freundin Charlie Brear postete sie ein Foto mit einem spielerischen Kuss. Die TV-Präsentatorin bezeichnet solche "Freundinnen-Küsse" als natürliches Ritual der Verbundenheit. Auch andere Prominente wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna haben ihre engsten Freunde öffentlich geküsst.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Akzeptanz solcher Zuneigungsbekundungen rasant zugenommen. Virale Momente – etwa als Billie Eilish 2022 Freunde küsste oder K-Pop-Stars zärtliche Gesten austauschten – trugen zum Wandel bei. Serien wie Euphoria und Heartstopper normalisierten körperliche, platonische Zuneigung weiter. Umfragen, darunter eine YouGov-Studie von 2024, zeigen, dass mittlerweile über 75 Prozent der Befragten in westlichen Ländern solche Gesten befürworten – 2020 waren es noch 55 Prozent.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Judi James weist darauf hin, dass solche Zuneigungsbekundungen in Hollywood schon lange üblich sind. Der sogenannte "Guppy-Kuss", ein sanftes Küsschen, das kindliche Zuneigung imitiert, ist ein Beispiel. Wissenschaftler ergänzen, dass auch Tiere, darunter Primaten, ähnliche Verhaltensweisen nutzen, um soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.

Der Anstieg platonischer Küsse in der Öffentlichkeit spiegelt tiefgreifende kulturelle Veränderungen wider. Geringere Homophobie und die größere Sichtbarkeit in sozialen Medien haben dazu beigetragen, dass solche Gesten heute weit verbreitet akzeptiert werden. Für viele bleiben sie eine einfache, instinktive Art, Zuneigung und Verbundenheit auszudrücken.

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