19 March 2026, 16:05

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – warum die Region am Limit ist

Alte Deutschlandkarte mit hervorgehobenen Regionen Bayern und Deutschland, auf Papier gedruckt mit zusätzlichem Text.

Arztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte – warum die Region am Limit ist

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

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Aktuelle Zahlen des Bundesärzteregisters zeigen: In der Region Westfalen-Lippe kommen nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner – der niedrigste Wert aller kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Die Daten haben die Kritik verschärft und eine neue Debatte über die ärztliche Unterversorgung auf dem Land entfacht.

Die Hausarztknappheit löst scharfe politische Reaktionen aus. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete die Zahlen als "offenkundiges Versagen der Politik von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)". Die SPD warnte, dass sich die Versorgungslücken ohne schnelles Handeln weiter verschärfen würden.

Laumann wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Lösung des Hausarztmangels langfristige Maßnahmen erfordere, die über eine Legislaturperiode hinausgingen. Er verwies auf bestehende Programme, darunter ein Aktionsplan aus dem Jahr 2009, der bereits zur Gründung von über 1.000 neuen Praxen in unterversorgten Gebieten geführt habe. Rund 80 Prozent der Mittel seien dabei nach Westfalen-Lippe geflossen.

Als erste Gegenmaßnahme führte Nordrhein-Westfalen (NRW) eine Landarztquote ein. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende verpflichtet, nach ihrem Abschluss für zehn Jahre als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Allerdings werden die ersten Absolventen dieser Regelung erst ab 2030 in die Praxis einsteigen – bedingt durch die lange Ausbildungsdauer.

Ein Vergleich mit anderen Bundesländern unterstreicht die ungleiche Verteilung der Hausärzte: In Berlin kommen 72 Hausärzte auf 100.000 Einwohner, in Thüringen sind es 68,1, in Baden-Württemberg 63,7. Für einige Regionen wie Brandenburg und Hamburg liegen jedoch keine klaren Zahlen vor oder die Statistiken erfassen breitere Berufsgruppen.

Die Diskussion um den Hausärztemangel in Westfalen-Lippe hält an. Während die Opposition schnellere Lösungen fordert, soll die Landarztquote langfristig Abhilfe schaffen – doch ihre Wirkung wird sich erst in Jahren zeigen. Bis dahin bleibt die Region Schlusslicht in der bundesweiten Hausarztstatistik.

Quelle