Wie die Junge Freiheit die deutsche Musikszene über Jahrzehnte prägte
Lea HartmannWie die Junge Freiheit die deutsche Musikszene über Jahrzehnte prägte
Die deutsche Wochenzeitung Junge Freiheit steht seit langem in Verbindung mit rechtsextremen Positionen, doch ihr Einfluss erstreckte sich jahrzehntelang auch auf die Musikszene. Seit den späten 1990er-Jahren warf sie ihren Schatten auf Bands, Preise und Skandale – und prägte so Karrieren wie Debatten.
1997 bezeichnete der Junge-Freiheit-Autor Thorsten Hinz die Band Rammstein als „Symptom eines ästhetischen Paradigmenwechsels“. Das Interesse der Zeitung an Musik sollte in den folgenden Jahren noch deutlicher werden.
Als 2004 der Titel Wir sind wir (We Are Who We Are), eine Zusammenarbeit des Berliner Techno-DJs Paul van Dyk und Peter Heppner von Wolfsheim, erschien, löste dies Empörung in linken Medien aus. Die Junge Freiheit reagierte mit amüsierter Gelassenheit – und druckte sogar den vollständigen Songtext in ihren Seiten ab.
Schon Jahre zuvor hatte die Zeitung einem Musiker die Karriere gekostet: 1999 wurde Josef Maria Klumb, Frontmann der Band Weissglut, entlassen, nachdem Der Spiegel ihn als „Nazi“ gebrandmarkt hatte. Später gründete er das Neofolk-/Industrial-Projekt Von Thronstahl – ein Genre, das häufig wegen rechtsextremer Bezüge unter die Lupe genommen wird.
2013 machte die Junge Freiheit die Echo-Awards-Kontroverse um die Band Frei.Wild und linke Acts wie Mia, Kraftklub und Die Ärzte zum Titelthema. Der Streit spiegelte die anhaltende Auseinandersetzung der Zeitung mit kulturellen Grabenkämpfen wider.
Mit ihrer Berichterstattung über Musikskandale – von Rammstein bis zu den Echo Awards – unterstrich die Zeitung ihre Rolle als Debattenmacherin. Ihre Nähe zur rechtsextremen Szene hinterließ dabei nachhaltige Spuren bei Künstlern, Labels und der deutschen Musiklandschaft insgesamt.






