Willichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf: 850 Wohnungen gegen Bürgerproteste
Anna HuberWillichs umstrittenes Wohnprojekt Moltkedorf: 850 Wohnungen gegen Bürgerproteste
Willich treibt die Pläne für den dringend benötigten Wohnungsbau auf dem 2,9 Hektar großen Gelände Moltkedorf voran. Die Stadt leidet unter Wohnungsmangel, doch das Projekt sorgt unter Anwohnern für kontroverse Diskussionen. Bürger äußern Bedenken hinsichtlich des Verkehrsaufkommens, der Gebäudehöhen und der Auswirkungen auf benachbarte Kleingärten.
Ursprünglich waren auf dem Areal 1.200 Wohnungen vorgesehen, doch aufgrund von Widerstand und überarbeiteten Bebauungsplänen wurde die Zahl auf etwa 850 reduziert.
Der aktuelle Entwurf für das Moltkedorf sieht rund 200 Wohneinheiten in einer hoffartigen Anlage mit Grünflächen vor. Das Ensemble umfasst Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser. Der Zugang erfolgt über die Moltkestraße, wobei ein einspuriges Ringsystem alle Einheiten verbindet. Für Parkplätze sind oberirdische Stellflächen, Garagen und eine Tiefgarage geplant.
Rad- und Fußwege sollen die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden. Zudem plant die Stadt, die Flüchtlingsunterkunft im Moltkedorf bis Jahresende zu schließen.
Bevor der Bau beginnt, sind mehrere Runden öffentlicher Beteiligung sowie eine politische Abstimmung vorgesehen. Der Zeitplan der Investoren wird entscheiden, wann mit den Arbeiten begonnen werden kann. Anwohner haben bereits über 70 Unterschriften gegen den aktuellen Plan gesammelt. Sie kritisieren das Ausmaß der Bebauung und die Idee von viergeschossigen Gebäuden in der Nähe ihrer Kleingartenanlagen. Ihre Hauptsorgen gelten dem Verkehr, der Infrastruktur, der Bebauungsdichte, den Grünflächen und der Klimafolgenanpassung.
Die Stadt hat weitere Bürgerbeteiligung vor der finalen Planung und Ausschreibung zugesagt. Die Verantwortlichen wollen gemeinsam mit den Anwohnern Anpassungen vornehmen, bevor Investoren für das Projekt gesucht werden.
Ziel der Moltkedorf-Bebauung ist es, die Wohnungsnot in Willich mit rund 850 neuen Wohnungen zu lindern. Öffentliche Rückmeldungen und politische Entscheidungen werden das endgültige Design prägen. Nun gilt es für die Stadt, den dringenden Wohnungsbedarf mit den Bedenken der Bürger zu Verkehr, Dichte und Grünflächen in Einklang zu bringen.






