Windpark-Ausbau im Hochsauerland zerstört geschütztes Naturschutzgebiet – und niemand stoppt ihn
Amelie SchmidtWindpark-Ausbau im Hochsauerland zerstört geschütztes Naturschutzgebiet – und niemand stoppt ihn
Zufahrtsweg zum Windpark Aupketal im Hochsauerlandkreis wird durch Naturschutzgebiet ausgebaut – Kritik an ökologischen Schäden
Ein Zufahrtsweg für den Windpark Aupketal im Hochsauerlandkreis wird derzeit durch ein geschütztes Naturschutzgebiet ausgebaut. Die Baumaßnahmen haben Bedenken wegen möglicher ökologischer Schäden ausgelöst. Kritiker verweisen auf nicht genehmigte Verbreiterungen der Trasse sowie mangelhafte Ausführung. Lokale Politiker und Umweltschützer stellen die Einhaltung der Naturschutzbestimmungen infrage.
Die Strecke führt durch das Aupketal, ein FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat), das für seinen alten Laubbaumbestand, Bäche und Feuchtbiotope bekannt ist. Zwar liegen die Windkraftanlagen selbst außerhalb des Schutzgebiets, doch der Transport der riesigen Turbinensegmente und Rotorblätter erfordert eine verbreiterte Waldstraße. Der lokale Ratsherr Gerd Stüttgen (CDU) warf dem Windparkbetreiber "pfuschige Arbeit" vor, während der Hochsauerlandkreis Verstöße bestätigte – darunter nicht genehmigtes Befahren abseits der Trasse sowie übermäßige Verbreiterungen.
Oppositionsmitglieder im Kreistag beantragten eine Ortsbegehung zur Begutachtung der Schäden, scheiterten jedoch an einer Mehrheit im Umweltausschuss. Die Umweltbedenken verschärften sich, als kalkhaltiger Schotter zur Verstärkung des Wegs eingesetzt wurde – ein Material, das, wie der SBL-Politiker Reinhard Loos warnte, den natürlich sauren Boden des Tals stören könnte. Stand März 2026 hat die Aupketal Wind Farm GmbH keine Angaben zu Ausgleichsmaßnahmen oder Plänen zur Minderung der ökologischen Schäden veröffentlicht.
Trotz der Vorwürfe wegen Umweltverstößen und offener Fragen zur Renaturierung werden die Ausbauarbeiten fortgesetzt. Der Betreiber hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, wie die Schäden im FFH-Gebiet kompensiert werden sollen. Die langfristigen Folgen für das empfindliche Ökosystem des Tals bleiben unklar.






