Akademischer Austausch im Umbruch: USA verlieren, Deutschland gewinnt an Attraktivität
Anna HuberAkademischer Austausch im Umbruch: USA verlieren, Deutschland gewinnt an Attraktivität
Interesse an akademischem Austausch zwischen Deutschland und anderen Ländern verschiebt sich
Immer weniger deutsche Studierende streben einen Aufenthalt in den USA an – die Nachfrage ist um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig suchen immer mehr US-Forschende nach Möglichkeiten in Europa und insbesondere in Deutschland, angetrieben durch Kürzungen bei der heimischen Forschungsförderung.
Die Veränderungen beschränken sich nicht auf die USA. In Russland wird der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sein Moskauer Büro schließen, nachdem er von den russischen Behörden als "unerwünschte Organisation" eingestuft wurde.
Der DAAD, der weltweit größte Förderer von internationalen Studierenden- und Wissenschaftleraustauschprogrammen, zieht sich damit aus Russland zurück. Die Einstufung durch das russische Justizministerium bedeutet, dass russische Bürger:innen bei Kontakten zur Organisation mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. In der Folge werden sowohl das DAAD-Büro in Moskau als auch das Deutsche Haus für Forschung und Innovation ihre Arbeit einstellen.
In den USA haben drastische Kürzungen bei der Forschungsförderung – besonders in der Klimawissenschaft – viele Wissenschaftler:innen dazu veranlasst, im Ausland nach Alternativen zu suchen. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich unter US-Forschenden mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine steigende Nachfrage von amerikanischen Wissenschaftler:innen.
Spitzenuniversitäten in den USA wie Harvard, Stanford und Princeton verzeichnen einen Rückgang bei Drittmittelzuwendungen. Zwar gibt es keine konkreten Daten, die dies direkt mit politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen unter der Präsidentschaft von Donald Trump verknüpfen, doch hat sich der Trend seit seiner Amtszeit beschleunigt. Deutsche Einrichtungen entwickeln sich unterdessen zu einer attraktiveren Destination für Forschende, die im Heimatland mit finanzieller Unsicherheit konfrontiert sind.
Die Schließung der DAAD-Aktivitäten in Russland markiert das Ende langjähriger akademischer Verbindungen. Für US-Wissenschaftler:innen spiegelt die wachsende Attraktivität Deutschlands die größeren Herausforderungen bei der Forschungsfinanzierung in den USA wider. Diese Verschiebungen deuten auf einen nachhaltigen Wandel in der globalen akademischen Mobilität und Zusammenarbeit hin.
Trump's 2026 Budget Cuts Spark German Research Exodus
US research funding cuts are accelerating academic migration to Germany. Key developments:
- The NIH froze 10 million euro grants for German researchers like Stefan Pfister in February 2025.
- Trump's proposed 163 billion dollar 2026 budget slashes 23% from research funding, targeting climate and DEI programs.
- Max-Planck-Gesellschaft reports doubled applications from US researchers since Trump's January 2025 inauguration.






