Apothekenreform vor entscheidendem Kabinettsbeschluss am 17. Dezember
Die Zukunft der deutschen Apotheken steht auf dem Spiel, während der Entwurf zur Apothekenreform in eine entscheidende Phase tritt. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), hat zu einem dringenden Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern aufgerufen, um in letzter Minute noch Änderungen durchzusetzen, bevor das Kabinett den Gesetzentwurf am 17. Dezember berät. Ohne zentrale Nachbesserungen drohten dem Sektor finanzielle Instabilität und operative Herausforderungen, warnte er.
Bereits zu Jahresbeginn hatte die Apothekerschaft ein Positionspapier vorgelegt, in dem sie die Notwendigkeit einer besseren Vergütung darlegte. Dies fand später Eingang in den Koalitionsvertrag im Abschnitt zu Apotheken und weckte Hoffnungen auf eine verbesserte Finanzierung. Nun hat der Vorstand der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) fünf Bereiche im Gesetz identifiziert, die dringend überarbeitet werden müssen, um die Apotheken zu schützen und das politische Rahmenwerk zu stabilisieren.
Hoffmann betonte, dass die Vergütungsfrage im Reformprozess Vorrang haben müsse. Er schlug Servicegebühren als Lösung vor, um die benötigten 800 bis 900 Millionen Euro in die Apothekenfinanzierung zu lenken. Ohne diese Mittel, so sein Argument, biete die aktuelle Rechtslage keine klare Möglichkeit, pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) Mitwirkungsrechte einzuräumen.
Die Lage bezeichnete Hoffmann als „Scheideweg“. Durch gesellschaftliche Veränderungen steige die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen schneller, als das Angebot mithalten könne. Um eine Zuspitzung der Lage zu vermeiden, wurden öffentliche Proteste zunächst bis nach dem 17. Dezember verschoben. Der Fokus liege nun auf Verhandlungen mit der Politik; die erste Lesung im Bundestag wird voraussichtlich Ende Januar stattfinden.
Die nächsten Schritte der Apothekenreform werden entscheiden, ob der Sektor die dringend benötigte finanzielle Unterstützung erhält. Scheitern die Änderungen, könnten Apotheken Schwierigkeiten bekommen, den wachsenden Bedarf an Gesundheitsversorgung zu decken. Das Ergebnis der Kabinettsberatung am 17. Dezember wird die Weichen für den weiteren Verlauf des Gesetzes im frühen Jahr 2025 stellen.






