Bonn testet KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer bleiben skeptisch trotz Anonymisierung
Lea HartmannBonn testet KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer bleiben skeptisch trotz Anonymisierung
Bonn setzt KI-Kameras in Sporthallen ein – Datenschutzbedenken trotz Anonymisierung
Die Stadt Bonn hat in zwei Sporthallen Kameras installiert, um die Nutzung mithilfe künstlicher Intelligenz zu erfassen. Das System, das bereits in der Hardtberghalle im Stadtteil Beuel aktiv ist, zeichnet keine Bilder oder Videos auf, sondern erfasst lediglich über Signale die Auslastung der Räume. Trotz Versicherungen zum Schutz der Privatsphäre äußert der Sportverein Rot-Weiß Röttgen jedoch Bedenken hinsichtlich eines möglichen Missbrauchs.
In der Hardtberghalle wurden vier Kameras angebracht, eine ähnliche Ausstattung gibt es in einer weiteren Einrichtung. Die Technologie soll die Belegungsplanung optimieren, indem sie wenig genutzte Zeitfenster identifiziert. In der ersten überwachten Halle hat die Stadt bereits ungenutzte Phasen ausgemacht, die besser belegt werden könnten.
Das System orientiert sich an einem Modell, das bereits in zwölf anderen deutschen Städten wie München, Hamburg und Köln erprobt wird. Diese Pilotprojekte verzeichnen eine Steigerung der Halleneffizienz um 30 Prozent, Energieeinsparungen von 15 bis 20 Prozent sowie positive Rückmeldungen der Nutzer. Der Datenschutz werde gewahrt, da alle Daten anonymisiert würden und keine personenbezogenen Informationen gespeichert oder erhoben würden.
Doch beim Rot-Weiß Röttgen bleiben Zweifel – insbesondere bei Eltern junger Sportler. Sie fürchten, dass trotz der rein belegungsbezogenen Auswertung der Kameras unbefugt Bilder weitergegeben werden könnten. Die Stadt hat zugesagt, den Vereinen die Funktionsweise des Systems zu erläutern, schließt aber rechtliche Schritte nicht aus, sollten die Streitigkeiten anhalten.
Die Kameras bleiben vorerst installiert, die Stadt betont ihre Bedeutung für die Optimierung der Hallenbelegung. Bisher seien keine rechtlichen oder datenschutzrechtlichen Probleme aufgetreten, und ähnliche Systeme in anderen Städten hätten sich bewährt. Vereine und Eltern fordern jedoch weiterhin genauere Aufklärung darüber, wie die Technologie genau funktioniert.






