18 March 2026, 18:03

Hagen steht still: Alle 27 Apotheken schließen für Massenprotest in Düsseldorf

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Hagen steht still: Alle 27 Apotheken schließen für Massenprotest in Düsseldorf

Am 23. März 2024 werden in Hagen sämtliche Apotheken ihre Türen schließen, da sich das Personal einem Massenprotest anschließt. Diese beispiellose Schließung betrifft alle 27 örtlichen Apotheken – die Beschäftigten reisen nach Düsseldorf, um Druck auf die Politik auszuüben. Ihr Ziel: Gesundheitsministerin Nina Warken soll endlich die seit Langem versprochenen Reformen umsetzen.

Der Protest markiert einen seltenen Moment der geschlossenen Aktion im deutschen Apothekensektor. Anders als bei früheren Kundgebungen geht es diesmal nicht um die Ablehnung neuer Maßnahmen, sondern darum, bereits beschlossene Reformen durchzusetzen. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach fairer Bezahlung, darunter eine Erhöhung der festen Abgabegebühr pro Medikamentenpackung.

Die Frustration unter den Apothekeninhabern wächst angesichts dessen, was sie als Doppelstandards der Krankenkassen bezeichnen. Während andere Beschäftigte im Gesundheitswesen Gehaltserhöhungen erhalten, fühlten sich Apotheker mit ihren Lohnforderungen ignoriert. Die Lage ist so angespannt, dass selbst die Victoria-Apotheke in Wehringhausen, die für Notfälle geöffnet bleibt, die Proteste unterstützt.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Apotheker auf die Straße gehen. Bereits im November 2023 versammelten sich rund 3.500 von ihnen auf dem Theaterplatz in Dresden, unweit der Semperoper, um zu demonstrieren. Doch der aktuelle Protest in Hagen hat eine andere Stoßrichtung: Diesmal geht es darum, die Verantwortlichen für bereits gegebene Zusagen in die Pflicht zu nehmen.

Die Schließung der Hagener Apotheken sendet ein deutliches Signal an die Politik. Zwar bleiben Notdienste aufrechterhalten, doch der Protest soll gezielt genug Störungen verursachen, um eine Reaktion zu erzwingen. Ob Gesundheitsministerin Warken nun handelt und die vereinbarten Reformen umsetzt, bleibt abzuwarten.

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