Circus SE kämpft mit Aktiencrash – doch Rüstungsdeals und Roboter-Produktion geben Hoffnung
Amelie SchmidtCircus SE kämpft mit Aktiencrash – doch Rüstungsdeals und Roboter-Produktion geben Hoffnung
Circus SE durchlebt ein schwieriges Jahr: Aktienkurs stürzt um über 53 Prozent ab – doch das Robotikunternehmen setzt ehrgeizige Pläne durch
Seit Januar hat die Circus SE einen dramatischen Kursverfall hinnehmen müssen: Die Aktie des Robotikunternehmens verlor mehr als 53 Prozent an Wert. Trotz dieser Rückschläge treibt das Unternehmen seine ambitionierten Vorhaben voran – darunter Rüstungsaufträge und den Ausbau der Produktion. Aktuelle Finanzmaßnahmen sollen die Liquidität sichern und die Marktpräsenz stärken.
Zu den jüngsten Erfolgen zählt ein Liefervertrag mit den ukrainischen Streitkräften. Zudem testet Circus SE gemeinsam mit der Bundeswehr autonome Kochsysteme. Bis zu 25 Einheiten sollen an das Militär ausgeliefert werden, wobei die genauen Umsatzzahlen für 2024 jedoch nicht offengelegt wurden. Ein wichtiger Produktionsmeilenstein ist die erste Auslieferung aus der Serienfertigung, die eine mögliche Jahreskapazität von 6.000 Einheiten ermöglicht.
Um das Wachstum zu finanzieren, nahm das Unternehmen über eine Mini-Anleihe rund 1,67 Millionen Euro auf. Zudem startete es ein American Depositary Receipt (ADR)-Programm, um die Sichtbarkeit auf dem US-Markt zu erhöhen. Die finanziellen Aussichten bleiben jedoch gemischt: Für 2025 wird ein Umsatz von lediglich 250.000 Euro erwartet – bei einem operativen Verlust von 15 Millionen Euro.
Gemeinsam mit dem Auftragsfertiger Celestica will Circus SE Roboter in vierstelliger Stückzahl produzieren. Um die Liquidität während der Skalierung zu sichern, setzt das Unternehmen auf Sale-and-Leaseback-Geschäfte und kooperiert mit MMV Leasing, um Leasingoptionen für seinen KI-gestützten CA-1-Roboter anzubieten. Der theoretische Auftragsbestand wird mit 1,6 Milliarden Euro beziffert, doch die tatsächlichen Umsatzerwartungen für 2026 liegen zwischen 44 und 55 Millionen Euro.
Circus SE bleibt damit zwischen finanziellen Herausforderungen und Expansionsbestrebungen gefangen. Während Militärverträge und Leasingpartnerschaften kurzfristige Chancen bieten, zielen Produktionsausbau und internationale Handelsprogramme auf langfristiges Wachstum ab. Die Kluft zwischen den prognostizierten Verlusten und den Umsatzzielen der Zukunft bleibt für Investoren ein zentraler Beobachtungspunkt.






