19 June 2026, 10:02

Deutsche Krankenhäuser kämpfen um Überleben – Proteste gegen Finanznot und drohende Insolvenzen

NRW-Krankenhäuser protestieren gegen mangelnde Bundesfinanzausgleich

Deutsche Krankenhäuser kämpfen um Überleben – Proteste gegen Finanznot und drohende Insolvenzen

Krankenhäuser in ganz Deutschland stehen vor wachsender finanzieller Belastung, da die Betriebskosten steigen. Die Bundesregierung weigert sich, ausreichende Ausgleichszahlungen bereitzustellen, um diese Mehrausgaben zu decken – viele medizinische Einrichtungen geraten dadurch in Bedrängnis.

2023 meldeten über 40 Krankenhausbetreiber Insolvenz an. Darunter reichte die Kplus Group im Juni für drei ihrer vier Standorte Eigenverwaltungsanträge ein. Kai Siekkötter, Sprecher der Geschäftsführung, erklärte, die Anträge dienten dazu, die operative Steuerung zu behalten und die Liquidität zu sichern.

Der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) organisierte in Düsseldorf eine Protestaktion, um bessere Finanzierung zu fordern. Auch Mitarbeiter der Kplus Group beteiligten sich an Kundgebungen vor dem St.-Josef-Hospital in Haan und der St.-Lukas-Klinik in Solingen. Die Demonstranten verlangten eine nachhaltige Finanzierung, die die Inflation abfedert, sowie eine zehnprozentige Lohnerhöhung.

Ingo Morell, Präsident der KGNW, warnte, Krankenhausleitungen stünden nun vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder sie bezahlten ihr Personal – oder riskierten den Kollaps ihrer Einrichtungen.

Der finanzielle Druck auf die Krankenhäuser nimmt weiter zu. Ohne zusätzliche staatliche Unterstützung könnten weitere Häuser in die Insolvenz rutschen. Die Proteste unterstreichen den dringenden Bedarf an ausreichenden Mitteln, um den Sektor zu stabilisieren.

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