Erzbistum Paderborn bestätigt keine neuen Missbrauchsfälle seit 2023-Studie
Lea HartmannBistum Paderborn: Bischof Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Erzbistum Paderborn bestätigt keine neuen Missbrauchsfälle seit 2023-Studie
Das Erzbistum Paderborn hat bestätigt, dass seit einer Studie aus dem Jahr 2023, die 96 Täter und 231 Opfer aufdeckte, keine neuen Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt geworden sind. Dies geschieht vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an der Art und Weise, wie die katholische Kirche in Deutschland mit Missbrauchsvorwürfen umgeht – Vorwürfe, die erstmals 2010 öffentlich wurden. Bischof Udo Markus Bentz hat sich nun öffentlich bei den Überlebenden entschuldigt und die Erkenntnisse als Beleg für ein institutionelles Versagen bezeichnet.
Der Skandal in der deutschen katholischen Kirche begann 2010, als das ganze Ausmaß des Missbrauchs erstmals ans Licht kam. Eine aktuelle Untersuchung im Erzbistum Paderborn förderte 489 Fälle sexuellen Missbrauchs zwischen 1941 und 2002 zutage, an denen 210 beschuldigte Personen beteiligt waren. Der Bericht von 2023 war der bis dahin detaillierteste – seitdem wurden jedoch keine weiteren Fälle unabhängig bestätigt.
Bischof Bentz wandte sich direkt an die Opfer, bat um Vergebung und räumte die Versäumnisse der Kirche ein. Zudem kündigte er weitere unabhängige Untersuchungen an, insbesondere zur Rolle des verstorbenen Kardinals Johannes Joachim Degenhardt, dem vorgeworfen wird, Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Unterdessen fordert eine Opfergruppe die Umbenennung öffentlicher Plätze, die nach Kardinal Degenhardt und einem weiteren früheren Würdenträger, Kardinal Jaeger, benannt sind, da beide mutmaßlich in die Unterdrückung von Missbrauchsberichten verwickelt waren.
Bisher hat das Erzbistum 93 Millionen Euro an Entschädigungszahlungen an Überlebende geleistet. Dennoch verspricht die Kirche, die historischen Akten weiter zu prüfen und die Betroffenen zu unterstützen.
Seit dem Bericht von 2023 sind keine neuen Fälle aufgetaucht, und bis März 2026 wurden keine weiteren bestätigten Vorwürfe öffentlich. Das Erzbistum setzt seine Ermittlungen fort, während Opferverbände durch Maßnahmen wie die Umbenennung von Straßen, die mit beschuldigten Amtsträgern in Verbindung stehen, auf mehr Verantwortung drängen. Die Entschädigungszahlungen belaufen sich bereits auf 93 Millionen Euro; weitere Schritte werden im Laufe der laufenden Überprüfung erwartet.