16 March 2026, 06:03

Erzbistum Paderborn diskutiert Missbrauch: Opfer fordern mehr als nur Entschädigung

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der Katholischen Kirche beschreibt, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Erzbistum Paderborn diskutiert Missbrauch: Opfer fordern mehr als nur Entschädigung

Rund 200 Katholiken versammelten sich im Dortmunder Goldsaal, um über die Reaktion des Erzbistums Paderborn auf jahrzehntelangen Missbrauch durch Kleriker zu diskutieren. Erzbischof Udo Markus Bentz versicherte den Anwesenden, dass die Kirche Entschädigungszahlungen leisten werde – bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer hätten Gelder erhalten. Die Veranstaltung folgte auf eine Studie aus dem Jahr 2026, die zwischen 1941 und 2002 210 beschuldigte Geistliche und 485 Betroffene aufdeckte – doppelt so viele Fälle wie noch 2018 bekannt waren.

Die mit vielen leeren Plätzen besuchte Zusammenkunft konzentrierte sich auf Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung. Bentz bestätigte, dass neben den in der Studie der Universität Paderborn genannten 210 Klerikern keine weiteren Bischöfe oder Geistliche belastet seien. Diese Zahl umfasst zwar Verdachtsmomente gegen den verstorbenen Erzbischof Degenhardt, nicht jedoch zusätzliche hochrangige Amtsträger.

Der Betroffene Michael Heltner forderte angemessene finanzielle Unterstützung und psychologische Betreuung für die Opfer. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Erzbistumsvermögens für Renten und Entschädigungen bereitzustellen. Gleichzeitig wurden die Gemeinden aufgefordert, den Missbrauch offen zu thematisieren – etwa durch einen Gedenkgottesdienst an einem Sonntag nahe dem 18. November.

Das Erzbistum hat zudem QR-Codes auf den Gräbern belasteter Bischöfe angebracht, die zu Informationen über deren Leben und Fehlverhalten verlinken. Bentz wird in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück weitere Treffen mit Gläubigen abhalten.

Obwohl die meisten Opfer bereits entschädigt wurden, gibt es weiterhin Forderungen nach mehr Transparenz und Unterstützung. Die QR-Codes auf den Gräbern machen vergangenes Unrecht sichtbar, während Betroffene auf langfristige finanzielle und psychologische Hilfe drängen. Bei den anstehenden Begegnungen mit Bentz dürften weitere Appelle an die Verantwortung der Kirche folgen.

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