30 March 2026, 12:04

Europas Flugbranche erreicht SAF-Meilenstein – doch neue Regeln sorgen für Streit

Fetter weißer Text "netto-null-Emissionen bis 2050" auf einem festen grünen Hintergrund.

Europas Flugbranche erreicht SAF-Meilenstein – doch neue Regeln sorgen für Streit

Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe erreicht Meilenstein – doch die Branche warnt vor neuen Hürden

Die Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) in Europa hat 2024 einen wichtigen Durchbruch erzielt: Der Anteil verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Während Airlines 2023 erst 0,6 Prozent SAF einsetzten, stieg der Wert 2024 auf zwei Prozent. Doch während die EU die Vorgaben verschärft, warnen Branchenverbände, dass strengere Regeln für synthetische Kraftstoffe zusätzliche Belastungen für Fluggesellschaften mit sich bringen könnten – diese kämpfen bereits mit steigenden Kosten und Lieferengpässen.

Die ReFuelEU-Aviation-Verordnung der Europäischen Union schreibt vor, dass bis 2025 zwei Prozent des Kerosins an regionalen Flughäfen aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Bis 2030 soll dieser Anteil auf sechs Prozent steigen. Wie ein hochrangiger EU-Vertreter kürzlich bestätigte, hat Europa das Ziel für 2025 voraussichtlich bereits vorzeitig erreicht. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), teilte diese Einschätzung und erklärte, dass der SAF-Anteil 2025 die Zwei-Prozent-Marke erreichen oder sogar übertreffen werde.

Zusätzlich führt die EU eine separate Kategorie für synthetischen SAF (eSAF) ein, der ab 2030 mindestens 1,2 Prozent des gesamten Kraftstoffbedarfs decken muss – bis 2035 steigt dieser Wert auf fünf Prozent. Doch der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) fordert die Regulierungsbehörden auf, diese eSAF-Vorgaben zu lockern. Die Organisation argumentiert, dass begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten die Einhaltung der Ziele erschweren würden.

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Trotz der Bedenken der Luftfahrtindustrie zeigt die Europäische Kommission keine Bereitschaft, die eSAF-Pflicht zurückzunehmen. Ein EU-Vertreter betonte die Wichtigkeit, an den festgelegten Zielen festzuhalten, während Guillermet eine Überarbeitung der Regeln ausschloss. Die Vorgaben seien notwendig, und es gebe keinen Grund für Anpassungen, so der EASA-Direktor.

Die Diskussion fällt in eine Phase, in der Flugkraftstoffe ohnehin unter verstärkter Beobachtung stehen. Steigende Ölpreise und Lieferkettenstörungen aufgrund der Spannungen im Nahen Osten haben die Kerosinkosten in die Höhe getrieben – für Airlines wird es damit immer schwieriger, Nachhaltigkeitsziele mit wirtschaftlichen Zwängen in Einklang zu bringen.

Fazit: Europas SAF-Nutzung wächst schneller als erwartet und erreichte 2024 bereits zwei Prozent. Das EU-Ziel für 2025 scheint in Reichweite, doch die ab 2030 geplanten schärferen eSAF-Vorgaben bleiben umstritten. Die Fluggesellschaften stehen vor der Herausforderung, sowohl die steigenden Kraftstoffkosten als auch die regulatorischen Anforderungen zu bewältigen – während der Wandel hin zu einer nachhaltigen Luftfahrt weiter voranschreitet.

Quelle