Fachkräftemangel im Handwerk: Warum 200.000 Stellen leer bleiben – und was Betriebe jetzt ändern müssen
Anna SchmittFachkräftemangel im Handwerk: Warum 200.000 Stellen leer bleiben – und was Betriebe jetzt ändern müssen
Deutschlands Handwerkssektor leidet unter massivem Fachkräftemangel – mit über 200.000 unbesetzten Stellen bundesweit. Doch die Lücke wird noch größer, denn wenn ältere Mitarbeiter in Rente gehen, tun sich Betriebe zunehmend schwer, wichtige Positionen nachzubesetzen. Experten raten Handwerksunternehmen nun dringend, ihre Strategien bei der Personalgewinnung und -bindung grundlegend zu überdenken.
Die Nachfrage nach Fachkräften steigt weiter, doch viele Betriebe scheitern daran, junge Talente anzuziehen oder zu halten. Liborio Manciavillano, Geschäftsführer der HWS Handwerks-Schmiede GmbH, betont die Notwendigkeit, sich anzupassen. Sein Unternehmen unterstützt Handwerksbetriebe dabei, durch verbesserte Einstellungspraktiken wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine starke Arbeitgebermarke ist entscheidend – und zwar nicht nur während der Bewerbungsphasen, sondern das ganze Jahr über. Unternehmen sollten ihre Unternehmenskultur in sozialen Medien präsentieren und Erfolgsgeschichten hervorheben. Klare Informationen zu Karrierewegen können zudem junge Auszubildende anlocken.
Auch ein vereinfachtes Bewerbungsverfahren ist ein wichtiger Schritt. Umständliche Prozesse schrecken potenzielle Bewerber ab – schlanke Abläufe wirken dagegen anziehend. Doch nicht nur bei der Einstellung, sondern auch durch strukturierte Weiterbildung und attraktive Arbeitsbedingungen lässt sich Personal langfristig binden.
Zusätzliche Benefits, eine gute Organisation und transparente Prozesse steigern die Attraktivität als Arbeitgeber. Betriebe sollten zudem Fortbildungen fördern und interne Aufstiegschancen aufzeigen. Solche Maßnahmen signalisieren den Mitarbeitern Wertschätzung und motivieren sie, im Unternehmen zu bleiben.
Ohne Gegenmaßnahmen wird sich der Fachkräftemangel im deutschen Handwerk weiter verschärfen. Betriebe, die in ihre Arbeitgebermarke investieren, die Einstellung erleichtern und Karriereentwicklung unterstützen, haben bessere Chancen, dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Der Fokus muss nun auf nachhaltigen Lösungen liegen – nicht auf kurzfristigen Notlösungen.






