15 March 2026, 04:03

Großrazzia in NRW: 63-Jähriger soll tonnenweise Giftmüll illegal entsorgt haben

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllentsorgung und Verschmutzung", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: 63-Jähriger soll tonnenweise Giftmüll illegal entsorgt haben

Großrazzia gegen illegale Müllentsorgung in Nordrhein-Westfalen: 63-Jähriger aus Unna angeklagt

Eine groß angelegte Ermittlung gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen hat zu Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallhändler aus Unna geführt. Dem Mann wird vorgeworfen, illegale Mülldeponien betrieben, mit gefährlichen Abfällen unsachgemäß umgegangen und großangelegten Betrug organisiert zu haben. Die Behörden untersuchen den Fall bereits seit über 18 Monaten und haben dabei ein Netzwerk aufgedeckt, das sich über mehrere Unternehmen und Dutzende Beschuldigter erstreckt.

Der Angeklagte sitzt seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. In seiner Vergangenheit war er bereits in die illegale Entsorgung von Abfällen aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen verwickelt, die zwischen 2010 und 2013 in einer Tongrube in Schermbeck vergraben wurden. Erst kürzlich entdeckten die Ermittler rund 23.000 Tonnen belastete Erde, die auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen worden waren. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben in Kamp-Lintfort zurückgelassen worden sein.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität ermittelt mittlerweile gegen mehr als 40 Personen, darunter den Angeklagten und seine Komplizen. Ihnen wird vorgeworfen, gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umdeklariert zu haben, bevor sie an unerlaubten Orten entsorgt wurden. Im Rahmen der Untersuchungen wurden auch mehrere betroffene Standorte identifiziert, darunter der Tagebau Garzweiler. Zahlreiche Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen sollen in die kriminellen Machenschaften verstrickt sein.

Bei einer Durchsuchung des Fahrzeugs des Verdächtigen fanden Beamte 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände. Obwohl keine Unternehmen namentlich genannt wurden, konzentriert sich die Ermittlung weiterhin auf ein Geflecht von Firmen, die mit dem illegalen Abfallhandel in Verbindung stehen.

Die Anklage stellt einen wichtigen Schritt im Vorgehen des Landes gegen Umweltkriminalität dar. Dem Beschuldigten werden der Betrieb illegaler Müllanlagen, Betrug und der unerlaubte Umgang mit gefährlichen Stoffen zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung könnte der Fall weitere Konsequenzen für andere Beteiligte des Netzwerks nach sich ziehen.

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