Heino gibt Solidaritätskonzert nach Nationalhymnen-Streit in Bad Belzig
Lea HartmannHeino gibt Solidaritätskonzert nach Nationalhymnen-Streit in Bad Belzig
Ein umstrittenes Ereignis bei einer Feuerwehrmeisterschaft hat in Bad Belzig eine Debatte ausgelöst. Der örtliche Feuerwehrmann Richard Mänder wurde von seinen Aufgaben enthoben, nachdem er die erste Strophe der deutschen Nationalhymne gespielt hatte – eine Version, die oft mit historischen Kontroversen in Verbindung gebracht wird. Als Reaktion darauf gab der legendäre Sänger Heino ein Solidaritätskonzert in der Stadt, das etwa 800 Besucher anzog.
Der Streit begann, als Mänder bei der Meisterschaft Heinos Aufnahme der Nationalhymne aus den 1970er-Jahren abspielte. Die erste Strophe, die heute wegen ihrer Bezüge zu Deutschlands Vergangenheit kaum noch gesungen wird, führte zu seiner Entbindung von organisatorischen Aufgaben. Mänder wies später rechtsextreme Sympathien von sich, bedauerte jedoch die Folgen und argumentierte, er dürfe nicht als Einziger zur Verantwortung gezogen werden.
Heino, bekannt für seine patriotischen Lieder, kritisierte öffentlich die Behandlung Mänders. Sein Manager, Helmut Werner, wies Vorwürfe zurück, der Sänger vertrete rechtspopulistische Ansichten, und bezeichnete das Konzert als Geste der Unterstützung. Bei dem Auftritt sangen und tanzten Fans mit, auch die Schlagersängerin Melanie Müller war anwesend.
Unterdessen lobte der AfD-Politiker Lars Schieske Heinos Auftritt auf Instagram. Mänder, unbeeindruckt von der Kritik, plant nun die jährliche Ausrichtung von Feuerwehr-Sportmeisterschaften – ein Vorhaben, das die Meinungsverschiedenheiten in der Rettungsdienst-Community weiter vertiefen könnte.
Bisher gab es keine grundlegenden Änderungen in der Struktur des deutschen Feuerwehrwesens infolge des Vorfalls. Allerdings trat in Taucha, Sachsen, ein Feuerwehrmann nach einem Tempoverstoß im Jahr 2025 zurück – obwohl er Blaulicht nutzte. Dies unterstreicht die Spannungen zwischen ehrenamtlichen Kräften und lokalen Behörden.
Das Konzert in Bad Belzig zog 800 Besucher an und zeigte eine starke öffentliche Unterstützung für Mänder. Seine künftigen Veranstaltungen könnten die Debatten über politische Neutralität in Feuerwehrkreisen verlängern. Bisher haben beide Konflikte jedoch keine offiziellen Richtlinienänderungen nach sich gezogen, sodass die lokalen Gräben ungelöst bleiben.






