Karlspreis 2022: Wie drei Frauen Belarus' Widerstand gegen Lukaschenko prägten
Amelie SchmidtKarlspreis 2022: Wie drei Frauen Belarus' Widerstand gegen Lukaschenko prägten
Der Internationale Karlspreis 2022 wurde an drei belarussische Oppositionsführerinnen für ihren Kampf gegen das autoritäre Regime verliehen. Unter den Geehrten war auch Maria Kalesnikawa, die jahrelang in Haft saß, bevor sie Ende 2025 freikam. Die Auszeichnung zählt zu den höchsten europäischen Ehrungen für Verdienste um Demokratie und Einheit.
2020 wurde Maria Kalesnikawa in Minsk während der Proteste gegen das Regime von Alexander Lukaschenko festgenommen. Ein Jahr später wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihre Inhaftierung wurde zum Symbol für die brutale Unterdrückung von Regimegegnern durch die Regierung.
2022 erhielt Kalesnikawa gemeinsam mit Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo den Internationalen Karlspreis. Die Auszeichnung würdigte ihren Einsatz für demokratischen Wandel in Belarus. Der seit 1950 verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die Einheit und die Werte Europas einsetzen.
Seit der Verleihung hat sich die Lage in Belarus weiter verschärft. Berichte bis 2026 dokumentieren verschärfte Repressionen, willkürliche Verhaftungen und die Folterung politischer Gefangener. Meinungsfreiheit, Versammlungsrecht und faire Wahlen bleiben unter Lukaschenkos Herrschaft stark eingeschränkt.
Kalesnikawa wurde im Dezember 2025 freigelassen und lebt seitdem in Deutschland. Ihr jüngster Besuch in Aachen, wo der Preis verliehen wird, hat große Aufmerksamkeit erregt. Das Treffen dort unterstreicht die Unterstützung für Demokratieaktivisten in ganz Europa.
Der Karlspreis 2022 brachte den belarussischen Oppositionsfiguren weltweite Anerkennung. Kalesnikawas Freilassung und ihr weiterhin engagierter Einsatz halten den Fokus auf die politische Krise des Landes. Ihre Anwesenheit in Aachen erinnert an den anhaltenden Kampf für demokratische Freiheiten in Belarus.