05 April 2026, 06:04

KI-Beauftragte an Schulen: Wer soll die digitale Bildung revolutionieren?

Kinder sitzen an Tischen und nutzen Tablets in einem Klassenzimmer mit Erwachsenen in der Nähe, ein Banner und ein Plakat an der Wand.

KI-Beauftragte an Schulen: Wer soll die digitale Bildung revolutionieren?

Ein neuer Vorschlag sieht vor, an jeder deutschen Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern über künstliche Intelligenz aufzuklären. Die Aufgabe umfasste Grundlagen, Risiken und Chancen von KI sowie die Einhaltung des Datenschutzrechts. Kritiker monieren, dass die aktuelle Lehrerausbildung die Pädagoginnen und Pädagogen nicht ausreichend auf die modernen Herausforderungen im Klassenzimmer vorbereite.

Der Plan sieht zudem vor, dass die KI-Verantwortlichen Schulungen konzipieren, Unterricht gestalten und neue Prüfungsformate erproben. Bedenken gibt es jedoch hinsichtlich der Finanzierung, der zusätzlichen Arbeitsbelastung und des Fehlens einheitlicher KI-Richtlinien in den Bundesländern.

Der Vorschlag skizziert eine Beamtenstelle, die für die KI-Bildung an Schulen zuständig ist. Zu den Aufgaben gehörten die Entwicklung interner Fortbildungen, die Planung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten sowie Informationsveranstaltungen für Eltern. Die Beauftragten sollten zudem alternative Prüfungsformate testen und Schulen bei der sicheren Nutzung von KI beraten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein zentraler Punkt ist die freiwillige Nutzung großer Sprachmodelle (LLMs) für das Selbststudium, das Drucken und Kopieren – ohne dass Nutzerinnen und Nutzer die Kosten tragen müssten. Das Papier argumentiert, dass dies Datenschutz- und Budgetprobleme umgehen könnte, sofern der Staat die notwendigen Tools bereitstellt. Gleichzeitig warnt es davor, dass eine Verlagerung der Verantwortung auf Lehrkräfte zusätzliche Belastungen schaffen könnte.

Kritik gibt es vor allem an der Idee von Selbstlernkursen für die KI-Bildung. Stattdessen pocht der Vorschlag auf strukturierte Fortbildungen in der unterrichtsfreien Zeit der Lehrkräfte – wenn auch ohne formale Zertifizierung. Der Bundeselternrat hingegen fordert eine Reform veralteter Schulsysteme und verweist auf die mangelhafte Vorbereitung von Referendarinnen und Referendaren aufgrund zu theorielastiger Lehrpläne.

Daten zur KI-Integration an Schulen bleiben lückenhaft. Thüringen hat zwar den KI-Chatbot telli eingeführt, doch die meisten Lehrkräfte kennen die bestehenden Regelungen nicht. Bayern etwa weist die niedrigste Fachkräftequote in Kindergärten auf – ein Zeichen für den generellen Rückgang frühkindlicher Bildungsqualifikationen. Flächendeckende, bundeslandweite Zahlen zu verbindlichen KI-Maßnahmen in Lehrplänen oder Lehrerfortbildungen fehlen gänzlich.

Ziel des Vorschlags ist es, die KI-Bildung an Schulen durch eine dedizierte Ansprechperson zu standardisieren. Bei Umsetzung könnte die Stelle Wissenslücken schließen und gleichzeitig Datenschutz- sowie Finanzierungsfragen klären. Der Erfolg hängt jedoch von der Zusammenarbeit der Bundesländer und klareren Konzepten zur Entlastung der Lehrkräfte ab.

Aktuell bestehen weiterhin große Unterschiede in der KI-Vorbereitung der Schulen, und viele Pädagoginnen und Pädagogen sind mit den aktuellen Richtlinien nicht vertraut. Der Fokus auf freiwillige Fortbildungen und kostenfreie Werkzeuge könnte die Einführung erleichtern – vorausgesetzt, die Schulen erhalten ausreichend Ressourcen.

Quelle